Rolling Home der Folkeboote

Von Rainhard Zübner-Baake

Die „Kult“-Regatta ging im Oktober in die 48. Auflage. Das Ende einer etwas „speziellen“ Segel-Saison wird beim Segel Club Ahoi trotz Corona auch wieder die Rolling Home Regatta sein. Angekündigt hatten sich wieder mal die starke Dänische Fraktion, deshalb haben wir uns schon beim BYC um einen Liegeplatz beworben.

Nachdem die Dänen einheitlich abgesagt hatten durften wir beim Ahoi anlegen und dort übernachten. Leider ist dieses Mal das legendäre Büfett sowie alle gastronomischen Leistungen ausgefallen. Der Pandemie geschuldet beschränkten sich die Starterfelder auf fast nur Berliner Segler 13 IF-Boote 22 Folkeboote sowie 28 H-boote hatten gemeldet. Einzig ein Gast Segler aus Estland war als Botschafter für den Goldpokal in Tallin 2021 angetreten, um unteranderem für die Veranstaltung 2021 zu werben. Dazu hatte der SC Ahoi schönes Herbstwetter bei viel Sonnenschein und ordentlich Wind organisiert. Am Sonnabend waren die ersten drei Läufe auf dem berühmt berüchtigtem Großem Fenster ausgelegt. Am Sonntag durften wir von Höhe Schwanenwerder bis tief in den Wannsee segeln. Hier haben die Interessierten am Ufer spannende Segelmanöver zu sehen bekommen. Einige der Motorbote und auch Segler, die nicht an der Regatta teilgenommen haben, sind leider in die Regattabahn gefahren und haben die eine oder andere Behinderung und Wellen verursacht.

Etwas enttäuscht sind wir nach der Wettfahrt an die Mastleiter gefahren und mussten feststellen das es hier am Wannsee gefährlich ist. Nein kein Seeungeheuer hat unsere Jumper gefressen, sondern durch eine Welle sind wir mit der Frieda an die Eisenkonstruktion der Mastleiter gedrückt worden damit waren die Jumper hinüber. Trotz der widrigen Verhältnisse war es ein schönes Segelwochenende und wir haben uns das Abschlussessen der Saison bei unserer Wirtin schmecken lassen. Als Vorfreude auf das nächste Jahr haben wir die Losung „Keine 365 Tage mehr bis Rolling Home“ uns versprochen.


Viele Grüß
Rainhard

Regattabericht vom Fafnir-Preis

Von Rainhard Zübner-Baake

Der Fafnir-Preis, der in diesem Jahr innerhalb des Senats-Preises am 10. und 11. Oktober 2020 ausgetragen wurde, ist die vorletzte Möglichkeit, sich mit anderen Folkebooten zu messen.

Für eine Teilnahme gibt es gute Gründe, sagte H.H. Rüggesieck in seiner persönlichen Einladung. Die Spitze der Berliner Folkeboot-Rangliste kämpft hart miteinander, sehr spannend ist das Kopf-an-Kopf- Rennen zwischen Andi und Stefan. Das Problem aller im “Corona Jahr” ist, das es nur sehr wenige Regatten gibt, um Ranglistenpunkte zu sammeln!

Die Situation vor Beginn des Rennens sah so aus:

Allein von den Spitzenseglern haben sich angemeldet: Andi Blank (VSaW), Stefan Klabunde (SCG) und Lars Kiewenig (VSaW). Sie bringen ihre “Verfolger” damit in Zugzwang – oder geben Andreas Haubold (VSaW) oder Thomas Metzing (PYC) als amtierender Deutscher Meister das Rennen bereits vorzeitig auf? Auch “Wolke Sieben” mit R. Kühns (SVT) und Crew, sowie K. Behnisch (SC Ahoi) liegen noch gut im Rennen. Dimi Rempen (SPYC) und G. May (SV03) werden bzw. sollten versuchen, ihre Ziel, unter die ersten 10 der Berliner Rangliste zu kommen, anzugehen.

Die BYC Segler um Paul Stübecke (Blaue Maus GER-1010), der sich dieses Mal von seinem Schotten Christian Gutschke (SC Ahoi) an der Pinne vertreten lässt, werden die Plätze nicht kampflos hergeben. Aber vielleicht spielt Sabine Knegendorf (SCO) als bisher einzige weibliche Pilotin das Zünglein an der Waage und bietet den Männern Paroli?

Allein der BYC wird wohl insgesamt 9-10 Folkeboote auf die Bahn schicken, um die Gäste zu fordern und intern den BYC Folke Vereinsmeister 2020 zu küren.

Die BYC Teams sind gut vorbereitet, denn bei den Mittwochregatten starten regelmäßig 5-8 Folkeboote und haben somit ca. 12 -14 kleine, Club interne Ranglistenregatten im Jahr, die sie so regelmäßig als Training nutzen. Bei dieser kleinen, internen Folkebootregatten wird ganz simpel nach der Einlaufliste gewertet, das tröstet die Folkesegler über nur geringe Chancen bei der Yardstickwertung hinweg.

Über diese Ausnahmestellung, sich regelmäßig jeden Mittwoch mit bis zu 8 Folkebooten messen zu können, sind alle sehr froh und ein klein wenig stolz – und hätten gar nichts dagegen, wenn noch weitere Folke zukünftig hinzukämen. Denn Konkurrenz belebt das Geschäft!

Hier können wir, die Boote vom Tegeler See, nicht mithalten. Trotzdem und gerade auch als Ansporn zu weiteren Regattaerfahrungen haben wir hier die Möglichkeit genutzt und uns bei dem Event angemeldet!

Unsere Anreise

Die Anreise fand am Freitagmittag für Teammitglied Gunnar unter erschwerten Bedingungen statt. Hier haben die fleißigen BVGler die Stadt durch Ihren Warnstreik lahm gelegt. Nicht, dass Gunnar den berechtigten Forderungen der Mittarbeiter der BVG nicht zugetan wäre, aber eine Fahrt von seinem Wohnort zum Segelclub Nordstern (SCN) wäre schon gut gewesen. Nach kurzer knackiger Absprache zwischen den Segelprotagonisten mit dem Trainer Klaus, wurde Gunnar von Klaus mit dem Auto abgeholt. Der diesmalige Steuermann Rainhard hat noch schnell die Überweisung des Startgeldes getätigt, und nach Befüllen der Kraftstoffreserve ging es mit dem Fahrrad zum SCN.

Nach dem Einchecken, noch die Prüfung, ob alles an Board für die nächsten 2 Tage vorhanden ist. Dann noch dem Mast legen und los zur Schleuse! Als das Klicken der Kurbel von der Mastleiter verhallte, startete Gunnar seinen Motor (den Jörg dankenswerterweise unter Zuhilfenahme der Drehbank, wieder gangbar gemacht hat). Hierbei wurde der Defekt in der Schwimmerkammer an dem Scharnier des Schwimmers behoben. An der Schleuse haben wir diesmal zweimal Pech gehabt. Es waren viele Lastschiffe vor uns in der Schleusenkammer. Unser Nervositätspegel stieg mit jedem Kahn der vor uns in die Schleusenkammer kroch.

Die Fahrt zum Wannsee hatte es von der Zeitdauer her gesehen in sich. So um 16:30 haben wir die Schleuse Spandau hinter uns gelassen. Die Fahrt in der kanalisierten Havel und nachher ab Gemünd verlief ereignislos. Einzig der Hafen am Pichelssee hat regen Betrieb gezeigt. Auf einem Haus, das sich auf einem Ponton befand, wurde gefeiert, mit allem drum und dran. An anderer Stelle haben die Ausbauarbeiten an einem ebenso unförmigen, Haus ähnlichem Boot Ihren Höhepunkt erreicht. Aber was zum Teufel macht ein Laser Nivelliergerät auf einem Boot? Das schwankt und wackelt doch! Als wir in den Wannsee einbogen, wurde das Tageslicht schon weniger. In Ermangelung von Ortskenntnis und den örtlichen Gepflogenheiten, haben wir uns an den Stand des Außen Kranes gelegt und enterten die Steg Anlage.

Vorbereitungen vor Ort

Die wirklich imposante Steganlage breitete sich vor uns aus. Wir checkten die Umgebung, ob uns jemand von den vielen Menschen hier weiter helfen wollten. Hierbei gerieten wir in die Tonnenleger Besprechung. Der Junge Führer eines Schlauchers hat uns dann auf die Krananlage in der Mitte der Steganlage aufmerksam gemacht, hier konnten wir unsern Mast stellen. Da der Platz am Kran geschützt durch zwei Reihen Boote an der vorderen Steganlage ist haben wir uns auf ein ruhiges Maststellen schon gefreut. Bei den anderen Vereinen am Wannsee kann ein Maststellen durch den immerwährenden Schwall des Wannseewassers (hervorgerufen durch den rasanten Motorbootverkehr) schonmal schwieriger werden. Beim Einbiegen in den Hafenbereich unter Motorkraft mussten wir allerdings seitlich auf steuerbord im Warteberich anhalten.

Hier konnten wir die Wasserung der dänischen J 70 beobachten. Die Frauenmannschaft hat es als erstes Boot besonders gut geschafft – hier konnten wir die Ordentlichkeit mit der die Frauen vorgegangen sind bestaunen. Kaum war das Boot im Wasser, kam die vorbereitete Pinne zum Einsatz. Vom Schutzanzug befreit, konnte hier die schnelle Montage des Steuergerätes bewundert werden.

Die Herren brauchten hier eindeutig länger. Erst mussten Bolzen und die dazugehörige Verschraubung angebracht werden. Ein Handzeichen und durch sprachlichen Anruf wurden wir informiert, dass hier noch 5 Minuten bis zur Freigabe der Mastleiter zu erwarten ist. Komische 5 Minuten – die sich dann wie Gummi, auf 20 Minuten verlängerten. Die Dänen sind schon ein lustiges Völkchen!

Unter Zuhilfenahme des netten Kranführers haben wir schwuppdiwupp den Mast in seine angestammte Führung eingefädelt, Wanten und Vorstag befestigt und Achterstak mit der Talje am Heck befestigt. Der Verklicker hatte durch die Jahre am Mast einen Riss, diesen wollte ich mit unserem Universal Tape reparieren. Also: die Leiter hoch geentert und oben in luftiger Höhe das Band von der Rolle – huch hier war nur ein kleines Stück übrig – die Farbe Weiß für den Rollenkörper und das Klebematerial kann einem doch so einen Streich spielen. Trotzdem war der Riss mit dem kleinen Stück Tape erstmal beseitigt.

Die Lichtverhältnisse näherten sich der Nacht zu, sodass wir im Zwielicht der fortschreitenden Abenddämmerung unweit der Mastleiter einen Platz fanden. Diesen hatte ich bei unserem Erkundungsgang schon für uns auserkoren. Stilecht neben einem Holzfolke sollte hier die Frieda für 2 Tage Ihre Heimstätte finden. Als erstes der Motor abmontiert und alles was mit Benzin und entbehrlich bzw. auch hinderlich aus Gewichtsgründen für das Regattageschehen war ab in die Bootshalle. Eine keine feine Halle vollgestopft mit Opti Zubehör hat uns hier einen sicheren Aufbewahrungsort für das Motoren Material gegeben. Gleich daneben konnten wir die sanitären Einrichtungen lokalisieren. In der Umkleide haben sich Haken über den Bänken befunden, hier war ein Bereich für die abgelegten Hosen und Jacken, die zur Mitnahme freigegeben waren, beschriftet. Kurzer Blick und eine Seglerhose war zu meiner geworden. Tolle Idee wie ich finde, die abgelegten Sachen noch andern Kanneraden und Kameradinnen zur Verfügung zu stellen. Warum Endsorgen, wenn Weitergeben und anderen eine Freude machen, so einfach ist.

Gunnar hat dann rasch das Boot verkabelt. Nun hatten wir Strom an Bord und konnten mit der mitgebrachten LED Lampe das Boot illuminieren. Da es nunmehr anfing, dass feinster Nieselregen die Luft erfüllt, und auf unseren Pullovern sich nasse Stellen bildeten, haben wir die Cockpit Persenning aufgespannt. Der mittgebrachte Gaskocher wurde in Betrieb gesetzt, nunmehr hatten wir kochend Wasser um unsere mitgebrachten kulinarischen Hochgenüsse zuzubereiten. Heute war Kartoffelbrei Griechischer Art an der Reihe. Jeder noch einen Landjäger dazu und fertig war das Mahl. Im Magen breitete sich wohlige Wärme aus und die Müdigkeit kam mit großen Schritten auf den Körper zu. Bevor wir in Morpheus Armen gänzlich versanken haben wir uns unseren Handy Spielgräten zugewandt. Als wir dann die Innenteile unserer Schlafsäcke erreichten, wurde es ruhig an Board.

Der erste Regattatag

Der nächste Morgen begrüßte uns mit seinem kalten Hauch von relativer Windstille. Überall im Boot hatte sich jetzt die Feuchtigkeit breitgemacht. Gunnar hatte vorsorglich sein Heizelement mitgebracht, sodass der Umzug aus dem Schlafsack in die Segler Uniform nicht ganz so hässlich geworden ist. Nachdem der Duft von frischem Kaffee uns nun gänzlich wach gemacht hat, kam der Bielefelder, unser 3. Mannschaftsmitglied, schon über den Steeg gelaufen. Die von Ihm mitgebrachten Crossants und Brötchen wurden verspeist. Da wir abends die Schoten und Fallen noch nicht klariert hatten, haben wir jetzt die Aufgabe ausgeführt. Und schon ging es los, raus auf den Wannsee. Am Startschiff B haben wir die Begrüßungsparade abgefahren. Ein kurzer Blick auf die Ausschreibung bedeutete uns hier auf Bahn A zu fahren. Also, da wir hinter den H Booten starteten, sollten wir das Startschiff A suchen. Ganz weit in der Ferne Richtung Grunewaldturm lag die Startlinie. Die große Breite sollte diesmal der Austragungsort der Wettfahrt werden.

Perfekt, das die H Boote vor uns starteten. Wenn die Boote sich pulkartig an der Startlinie versammeln, heißt das: Aufpassen für den Vorschoter und die Startuhr im richtigen Augenblick zu betätigen. Gunnar hatte seine mechanische Startuhr nicht mitgebracht sodass wir hier auf den kleinen Elektronischen Freund aus der Küche zurückgriffen. Pünktlich um 11:05 ging es los. Ohne Geschrei und Gezeter ging es über die Startlinie. Gunnar hat die Taktik und das Vorsegel übernommen. Ich habe die Frieda auf Kurs gehalten. Andreas hat an der Tonne die Vorsegel gesteuert und hatte den allgemeinen Überblick über das Regattageschehen. An dem zweiten Kreuz haben wir die 1133 hinterwendet und uns auf sie gelegt, der Wind hat hier ein übriges getan, wir waren vorne. Eine andere Situation an dem Tor haben wir und unsere Mitstreiter vertan, er wollte uns hochlufen wobei wir beide 2 Plätze auf das Hauptfeld verloren haben. Hier hat sich die allgemeine Aussage bewahrheitet, dass an den letzen Plätzen mit dem Messer zwischen den Zähnen gefightet wird. Andere wiederum sind gelassen, und wenn es eindeutig ist es besser immer vorbeilassen, und den Flow von der Strecke nicht in Gefahr bringen. Aufregung ist nicht der beste Berater am Ruder, in einem Starken Feld.

Es darf auch erwähnt werden, dass ich als Steuermann so überrascht über mein geglücktes Einwenden an Tonne 1 war, dass ich mit dem Groß die Tonne berührt habe. Also erstmal freifahren, Ruhe bewahren und sich mit einem Kringel aus der misslichen Lage befreien. Ergebnis: 2 Plätze verloren, aber an Erfahrung für 3 Regatten gewonnen. So ist das beim Segeln: Du kannst alt werden wie eine Kuh du lernst immer noch dazu, pflegte schon meine Tante immer kolportieren. Auf den Segelsport bedeutet das für mich, dass ich nur durch Erfahrung und Anleitung bzw. Kameradschaft im Boot immer weiterkomme. Hierbei verstehe ich auch nicht, dass teilweise in den anderen Booten ein unangenehmer, lauter, ruppiger Ton zu vernehmen ist. Niemand ist perfekt, die Manöver-Kritik gehört für mich auch dazu, aber nicht lautstark auf der Bahn. Somit sind die Schreihälse für mich auch keine guten Mannschaftskapitäne, die den dank mit einer Mannschaft ernten, die nicht bei der Sache für das Boot arbeiten. Komischerweise hörten wir im oberen Drittel wo wir auch schon kurzfristig mitfahren durften, diese Verbalinjurien nicht. In unserem Boot sind solche Verhaltensweisen nicht tolerierbar und ich würde jedem raten, von solchen Booten abzuspringen und sich einen neuen Steuermann zu suchen. Hierbei sei erwähnt da ich sowieso mit anderen anschreien so meine Probleme habe, somit übernimmt der Taktiker bei uns im Boot diesen Part, der ihn dankenswerterweise gut ausfüllt.

Am Ende des Tages lagen wir in unseren Plänen genau im Zielkorridor. Somit waren wir nicht letzter mit den Ansätzen auf das Mittelfeld und der Aussicht sich langsam an das Mittelfeld heranzupirschenden, wie eine Raubkatze jederzeit zum Sprung auf den einen oder anderen Platz, besser immer bereit. Hierbei sein noch festgestellt, dass 80 % der Folkeboote, die an den Wettbewerben teilnehmen, einen 4 Geist an Bord haben nämlich den elektronischen. Dieser gehört nach unserer einhelligen Meinung in die Kiste verbannt, denn das Folkeboot hat eine Tradition zu verteidigen. Wir stehen in einer Reihe mit den Wikingerschiffen mit ihren faltengeplankten Holzrümpfen – so sehen wir uns. Wir haben zwar vorne keinen Drachen als Bugspriet gefahren, aber es wird schon in einer gewissen historischen Härte der Wikinger zur Sache gegangen. Na klar, dass wir mit unserm Boot noch eine andere Verbindung zu den Wikingern haben, denn unser Boot ist aus Holz und nicht aus dem neumodischem, langweiligen Kunststoff. Na klar kämpfen wir auch immer mit den Elementen um ein dichtes Boot, das macht mitunter auch den Reiz eines Holzbootes aus. Hierbei sei nochmal der Corona-Lockdown erwähnt: 3 Monate länger in der Halle richten schon zwischen den Planken einen gewissen Freiraum an. Dieser ist aber noch immer mit der eingebauten Handpumpe gut beherrschbar und muss noch lange nicht auf eine elektrische Hilfskraft umgestellt werden.

Am Ende des ersten Tages haben wir die Rückfahrt in den Hafen des Berliner Yacht Cubs angetreten, ein Schlauchboot der Regattaleitung ging bei uns längsseits und übergab uns die angekündigte kulinarische Überraschung. Mit doch nunmehr hungrigen Magen haben wir den Stand der Frieda erreicht. Der Blick schweifte über die anderen Boote, wo teilweise Mannschaften zu erblicken waren, die längliche Teigwaren in Alufolie zu sich nahmen. Ergo gab es anscheinend eine zentrale Versorgung mir etwas Essbarem. Mein Gang über den Steg hat ergeben, dass hier auf den Schlauchbooten nicht nur das hochprozentige verteilt wurde, sondern auch für den schnöden Hunger etwas kredenzt wurde. Nach dem Anblick des Bollerwagens mit den Flens-Kisten war mir klar, dass es sich um eine Versorgungseinheit handeln musste. Also hinüber an den anderen Steg und so habe ich drei Boritos und drei Flens ergattern können. Wir als Mannschaft haben es uns in der Frieda mit den essbaren und trinkbaren Genüssen gut gehen lassen.

Nachdem uns unser Vorschoter in Richtung Nordstern verlassen hatte, haben Gunnar und ich die Gemeinde des Berliner Jacht Club erkundet. Hier wurden wir sofort fündig, die Farbe der Boote kamen uns bekannt vor, es war die gleiche wie bei meiner Jolle „il Picone“ dem kleinen Faulenzer. Hier waren gleich 4 von den Nachfolgern den Jetons in Arbeit und werden für den Regattaeinsatz vorbereitet. Die Jetons, 20 an der Zahl, bilden das Rückgrat der Ausbildungsboote. Im BYC werden die Boote wieder Regatta tauglich den heutigen Gegebenheiten angepasst, und natürlich auch in den eigens dafür errichteten Regattaterminen respektive gesegelt. Gerne würden wir hier einsteigen, was aber auch eine erhöhte körperliche Konstitution erfordert. Na ja, träumen darf man ja noch – der Jeton mit dem Holzdeck hat schon einiges Kopfkino bei mir ausgelöst.

Und schon ist es dunkel geworden. Hier hat sich die Frieda als illuminiertes Boot von allen anderen, die dunkel, still und leise am Steg lagen abgehoben. Abends haben Gunnar und ich noch etwas Musik über unsere elektronischen Freunde gehört und festgestellt, dass wir auch hierbei einige Gemeinsamkeiten haben. Die Stille der Nacht wurde durch das tiefe Grollen eines herbeigerufenen Monsters unterbrochen. Das Monster hatte bestimmt 12 Zylinder und war ohne den doch so sinnhaften, angenehmen Auspuff unterwegs. Die kleinen Positionsleuchten huschten über den See und schon war der Spuck vorbei.

Am nächsten Morgen schaute ganz leise und heimlich die Sonne über die Baumkronen herüber. Es wurde zunehmend in der Sonne etwas wärmer der Besuch in der Keramik Ausstellung mit Dusche hat die noch schlafenden Lebensgeister geweckt und der Kaffee und die von Andreas mit gebrachen belegten Brötchen konnten dafür sorgen da sie vollständig wieder in unsere Körper zurückkehrten.

Der zweite Regattatag

Der zweite Regattatag war in der ersten Phase des Tages von den umbilden der Witterung abhängig. Erst Start der H Boote (die ja immer vor uns starteten) dann Abbruch des Rennens. Verschiebung, Umlegen des Startschiffs, das nunmehr an fast gleicher Stelle wie am Vortag lag. Teilweise kein Wind, doch dann ging es los. 2 Fahrten voller Energie und Spannung haben die Protagonisten der Folkeboote erlebt. Natürlich auch nochmal die Schattenseiten der Unsportlichkeit. Hierbei wurde von unserem Gegner, die Ziel Boje bei der abgekürzten letzten Wettfahrt berührt. Helle Aufregung in unserem Boot. Nach dem sich die Aufregung gelegt hatte, haben wir uns gegen einen Protest entschieden. Wir sind ja großzügig, haben aber ein Elefanten-Gedächtnis und Folkeboote sehen sich öfter.

Rückfahrt nach Hause

Wir sind in den Stand gefahren und haben den Motor und den Benzin kram an Board geschafft. Die Dänen und Auswärtigen sollten den ersten Krantermin bekommen. Nach dem sich die Warteschlange am Kran aufgelöst hat haben wir den Mast gelegt. Andreas haben wir nach Bielefeld verabschiedet. Gunnar und ich haben uns auf die Heimreise gemacht, vorbei an dem mittlerweile als Markierungspunkt ausgemachten Wrack der Gelben Art, die an der Seite von Gatow schon seit 2 Jahren ein bedauerliches Dasein fristet. Im Hafen von Spandau hat in unser und dem Fahrwasser des neben uns fahrenden Schubschiffen gewendet. Der Schuber mit der Kohle ist zum Kraftwerk der Schuber der uns gekreuzt hat ist mit seinen geladenen Baumstapeln vor uns in die Schleuse. Die leichten Schrauben Bewegungen des Schubschiffes haben uns nicht abgehalten hinter Ihm zugehen. Das war nicht gut, plötzlich lies der Kapitän des Schuber noch mal die Schrauben des Motors das Becken der Schleuse durchwühlen. Wir kamen nicht an die Spundwand der Schleuse, wurden nach Backboard abgetrieben. Gunnar hat in seiner Not hier schlimmeres verhindert. Plötzlich lagen wir falschrum in der Schleuse. Sozusagen eine Pirouette gedreht. Einzig der Szenen Applaus fehlte. Anstatt dem Schuber zu signalisieren das er die Maschine stoppen solle, wies er uns an die Kammer zu verlassen. Also raus noch eine Wende und wieder rein. Rechts war ein 10 Tonnen Motorboot, so eines mit Einbauküche und Ecksofa. Die Beiden haben und freundlich an Ihre Backboard Seite genommen. Einzig der Verklicker hat diesmal etwas abbekommen traurig hat er seinen Flügel lahm an die Seite gebogen. Nun wird es wohl doch Zeit sich Ersatz zu suchen. Nach der Ankunft und dem obligatorischen Maststellen, und festmachen am gewohnten Standplatz betraten wir die Messe. Ohle wurde gleich über unser Missgeschick in der Schleuse informiert. Da es mittlerweile dem Abend zuging und die Nahrungsaufnahme mit Keksen und anderen kalten Vitaminriegeln auch mal ein Ende hat, konnten wir unsere Wirtin überzeugen uns Hirschgulasch mit Spätzle zu kredenzen. So waren wir zufrieden mit uns und der Welt und haben den Heimweg angetreten. Ohle hat Gunnar mit dem Auto mittgenommen. Und ich bin mit meinem Drahtesel in die Waldsiedlung gefahren.

Mit dabei waren H Boote, Nordische Folkeboote, J70, 505er, X79 und die beiden Katamaran Klassen Tornado und Formular18. Die auf Zwei Kursen sich der sportlichen Wettfahrt hingaben.

Viele Grüsse
Euer Rainhard

3. Clubregatta 2020

Trotz Corona ist es gelungen, noch eine 3. clubinterne Regatta unter recht hoher Beteiligung (15 Schiffe) durchzuführen. Bei schönem Wetter aber starken Winden aus Ost war auch unsere Jugend wieder vertreten und hat bei den „Grossen“ eine Heuer gefunden. Es hat allen Spass gemacht und nach zwei anstrengenden Runden über den Tegeler See gab es Leckeres vom Grill und geselliges Beisammensein (mit Abstand) auf der Terasse. Die jugendlichen Mitsegler konnten sich bei der Siegerehrung Sachpreise aussuchen.

Clubwettfahrt 1 und 2

Wie auch schon am 05.09.2020 wurde am vergangenen Samstag wieder eine Clubwettfahrt durchgeführt. Die segelwillige Jugend und auch Eltern wurden auf die grösseren Schiffe verteilt. Um 14:00 Uhr Höhe Bürgerablage fiel der Startschuss.

Gesegelt wurden zwei Runden bis zur Mündung um die Tonne H26 bei mittleren Winden. Die Kinder waren begeistert und haben sich ihre Preis redlich verdient. Anschliessend konnten wir mit entsprechendem Abstand noch einnige schöne Stunden bei Gegrilltem und Getränken auf der sonnigen Terasse des SCN verbringen. Erfreulich war auch die Teilnahme, mit 16 Schiffen konnten wir ein ordentliches Feld an den Start bringen.

Berolina Cup der Folkeboote

Von Rainhard Zübner-Baake

Die Anreise fand am Freitagnachmittag statt. Mit dem Auto haben wir, von Adlershof über Marienfelde, alle Facetten des Berliner Verkehres mitgenommen. Unser Proviant und die Übernachtungsausrüstung war schnell auf einem Handwagen verstaut. Als wir ankamen hieß es: Rasch an den Südsteg zur Frieda.

Aber dann: Hoppla – mein Kuschelkissen hatte sich den Weg der Schwerkraft gesucht und eine Landung im Wasser vollbracht. Mit reiner Körperbeherrschung ist es mir in letzter Sekunde gelungen, ohne Hilfsmittel das halb mit Wasser vollgesogene Kissen zu retten. Die Sonne stand am Firmament so dachte ich: Wasser aus dem Kissen schleudern und trocknen! Na ja, das mit dem Schleudern bei einem so alten ehrwürdigem Kissen war keine gute Idee… Es machte „ratsch“ und ein großer Riss gab den Blick auf die Füllund meines Kissens frei. Mir blieb nichts anderes übrig, als mein Lieblingskissen in der Mülltonne zu Grabe zu tragen.

Der Mast war schon vor drei Tagen gelegt, so konnten wir unter Motorkraft ablegen. Dankenswerterweise haben wir den Motor von Klaus geliehen bekommen. Mein Außenborder sprang mittlerweile wieder an. Die Zündspule hat auf einem Ausgang den Dienst verweigert. Nach Einbau des neuen Ersatzteils, haben wir festgestellt, dass der Prüfstrahl von der Motorkühlung nicht mehr vorhanden war. Die blaue Wassertonne hat hier, in Verbindung mit einer Bohle und Schraubzwingen, gute Dienste erbracht. Nach Abbau der Testeinrichtung konnte ich nur unter viel Mühen die Tonne mit einem Großen Schwall des eingefüllten Wassers entleeren.

Ohne besondere Vorkommnisse haben wir das Gemünd erreicht. Nun noch links abgebogen! Beim Nachbarverein, dem SVST, konnten wir die Mastleiter ansteuern. Welch ein Glück, diese war nicht verschlossen! Der Mast war rasch gestellt. Baum mit Großsegel montiert und die übersichtliche Takelage des Folkebootes eingestellt. Da war auch schon Klaus Löffler, Eigener der roten Karoline, auf dem Steg. Wir hatten uns telefonisch angemeldet und haben uns nach einem Liegeplatz erkundigt. Wir einigten uns auf den Kopfsteg. Es wäre zwar noch ein Platz unter Land freigewesen, dieser lag aber gefährlich nahe an der Slipanlage – wie wir wissen ist das mit dem Wasser am unteren Kiel in den letzten 2 Jahren so eine Sache. Keiner mag so im Regen sein, aber ab und zu wäre es auch dieses Jahr erforderlich gewesen. Hier im Stößen See ist es im Gegensatz zum Wannsee auch nicht unangenehm an der Durchfahrt für die anderen Wassersportler zu liegen. Nun haben wir uns nach dem Festmachen an der Messe angemeldet. Hier konnten wir auch in Erfahrung bringen, wie wir des Nachtens in die sanitären Einrichtungen kommen.

Für das Abendessen hatten wir vorgesorgt, es gab Fladenbrot mit Tomate Gurke und Schafskäse. Beim Bier hat Gunnar einige Geschichten aus dem gegenüberliegenden Post Sport Verein zum Besten gegeben. Bei Einsetzen der Dunkelheit entzündeten wir eine Kerze. Meine Campinglampe mit Gasbetrieb benötigt dringend einen Glühstrumpf…

Laute Musik hat uns noch etwas wachgehalten. Die Polizei war mit Blaulicht auf dem Uferweg unterwegs. Plötzlich tauchte aus dem Dunkel der Nacht ganz leise das Feuerwehrboot auf. So wie es kam hat es sich nach dem Wenden auf dem Stößen See wieder davon gemacht. Nachdem die letzten Schlager aus dem Partyboot verhallt waren, haben wir uns zur Ruhe gelegt.

Am Morgen haben wir zuerst Kaffee gekocht damit die Lebensgeister wieder in den Körper steigen. Und schon wurde uns mitgeteilt, dass der Schlepp um 09:00 losgeht. Sofort haben wir Sabine bescheid gegeben, dass Sie früher kommen soll. Nach kurzer Zeit war unsere Vorschoterin an Board und hat uns eine Flasche Sherry mitgebracht. Genau die Sorte die in die Flachen Halter der Frieda wunderbar hineinpasst. Der Schlepp ist dann aber doch erst um 09:30 losgegangen. Frohen Mutes haben wir uns vom Steg abgestoßen und legten uns an die Spitze der Folke-Boot- Ansammlung. Zuerst wurden die Dias eingesammelt. Danach kamen die Faltenboote                                                                                                                            an die Reihe.

Nach einer dreiviertel Stunde waren wir im Segelrevier der Großen Breite angekommen. Nachdem wir Segel gesetzt haben, erkundeten wir die Regatta Bahn. Die Start Boje lag auf der Kladow Seite Unterland und die Tonne 1 in Richtung Grunewaldturm. Pünktlich um 11 am Samstag gab es dann den ersten Start für Dyas und Folkeboote. Der Wind aus Ost drehte sehr stark. Für Segler und Wettfahrtleitung keine leichte Aufgabe.

In der zweiten Wettfahrt musste für die Folkeboote an der Tonne 3 abgekürzt werden – nach den Wettsegelbestimmungen  darf eine Wettfahrt nicht länger als 90 Minuten dauern, die Gefahr dass die Wettfahrt wegen Zeitüberschreitung annulliert würde wäre zu groß. Los ging der erste Start, gar nicht so schlecht – wir hatten einen guten Mittelplatz bis zur Halbzeit. Dann hat uns die Flaute auf dem See erwischt, genau da wo kein Wind ist, haben wir die Frieda hinein manövriert. Rennen 2 und 3 waren besser, wir konnten unseren Vorteil von unserem Holzboot leider nicht in Geschwindigkeit umsetzen. Nach dem Ende des letzten Laufes sind wir in Ruhe zum Stößen See gesegelt.

Angekommen an unserem Anlieger haben wir einen Großen Segler mit als Nachbarn am Kopfsteg. Die Gastronomie haben wir mit unseren Masken betreten. Hier gab es Getränke 4free. Das Büfett war von der Berliner Art: Kassler und Boullette mit den entsprechenden Beilagen.

Nach einer angenehmen Nacht wachten wir auf und schauten nicht schlecht auf den See. Im dichten Bodennebel wirkt der See matt. Kaum lassen da Konturen noch erahnen, kein Wind bewegt die schlaffe Wetterfahne. Kurz nach dem Kaffee lichtete sich die zähe Nebelmasse durch die Kraft der Sonne. Frohen Mutes ging es auf zum letzten Schlepp zum Wannsee. Beim letzten Rennen 16 Platz erreicht gesamt haben wir das Ziel nicht letzter zu werden mit dem 19 Platz erreicht.

Alle 4 ausgeschriebenen Wettfahrten konnte der veranstaltende Seglerverein Stößen See im Großen Fenster der Unterhavel über die Bühne bringen.

Sieger bei den Folke Booten wurde einmal mehr Andreas Blank mit seiner Crew Svenja und Alexander Loercke.

Viele Grüße
Euer Rainhard

Berliner Folkeboot Meisterschaft 2020

Von Rainhard Zübner-Baake

Nachdem es nun lange Zeit leider nicht möglich war an Regatten teilzunehmen, entschloss sich der VSAW, die Berliner Meisterschaft auf dem Wannsee vom 4.-6.9. durchzuführen. Da wir an der Regatta teilnehmen wollten bedeutete dies für unser Team, dass wir unser Boot, die Frieda, in kurzer Zeit regattafähig machen mussten. Ein kleiner Rückstau der Arbeiten an dem Boot hat uns hier nicht abgeschreckt. Gesagt getan: Mast legen und Boot raus aus dem angestammten Element Wasser. Oh welch Graus hat sich uns geboten: der Rumpf des so schnittigen Bootes wurde von fiesen kleinen Muscheln bevölkert. Die übermäßig langen Ruhezeiten waren hier wohl der Grund, dass sich ganze Kolonien von Muscheln am Rumpf und insbesondere in den Falten festgekrallt haben. Nach 2 Stunden intensiver Arbeit mit Schrubber und Kärcher konnten wir den Rumpf von den Hemmnissen der Strömung befreien. Da wir das Ansinnen haben noch weitere Regatten zu besuchen, haben wir uns entschlossen, die Frieda unter den kleinen Kran zu ziehen und den Rumpf trocknen zu lassen. Nach Reparatur von Rissen (die Frieda hat die Corona bedingte lange Standzeit in der Halle wirklich nicht gut weggesteckt) haben wir 1,5 Büchsen VC 17 aufgetragen.

Am Donnerstag in der Frühe haben wir unser Schiff wieder zu Wasser gelassen und die Crew hat schonmal eingecheckt. Die Sachen waren kaum verstaut, da ging es auch schon los. Gunnar hat die Pinne übernommen. Das erste Etappenziel war die Schleuse Spandau, nicht wie im vergangenen Jahr die Schleuse Plötzensee. Der Andrang am Warteliegeplatz war schon groß. Zu und gesellten sich weitere Motorboote und motorisierte Schwimmhäuser. Wir hatten den Eindruck, dass einige mehr in die Breite als in die Länge gingen und haben uns ein bisschen die Zeit damit vertrieben, durch die Panoramafenster der Pötte die Einrichtung anzugucken. Nun ging es doch nach einer dreiviertel Stunde weiter. Nachdem wir das Rathaus Spandau hinter uns gelassen haben begann ich mit den pflegerischen Arbeiten an Deck und Kajüte: Deck schrubben und von dem unvermeidlichen Hinterlassenschaften unserer gefiederten Freunde befreien. Auch habe ich die Zeit gefunden, die Messig Bullaugen zu putzen und auf Glanz zu polieren. Mann sollte uns ja nicht nachsagen, wir seien Schmuddel Kinder aus dem Norden.

Nach der Einfahrt in den Wannsee wurde der Benzinkanister immer leichter. Wir haben schnell reagiert und den Ersatztank an unseren ach so zuverlässigen zweitaktigen Antriebs-Freund angeschlossen. Als der VSAW in Sicht kam, haben wir Klaus getroffen. Er war mit dem Auto vorgefahren um die Lokalität und auch den Liegeplatz zu erkunden und hat nun die Einweisung an den Kran vorgenommen. Nach stellen des Mastes und Anlegen an dem zugewiesenen Liegeplatz durften wir feststellen, dass es hier viel ruhiger vom Wellenschlag her zuging als beim Nachbarverein Ahoi. Hier machen sich die vielen Boote und die riesige Anlage des VSAW bemerkbar. Hier im Hafen konnten wir die                                                                                                               Schärenkreuzer, allesamt aus feinstem Holz gebaut, bestaunen.

Nach der Anmeldung am  Regattabüro, und Abgabe des Haftungsausschlusses und der Corona-Vereinbarung haben wir mit unseren lustigen Schnutenpullovern das Gelände erkundet und unseren Außenborder in der Eigentümer geführten Vereinswerft abgestellt.                                                                                                             Hier mussten wir neidvoll anerkennen, dass ein schicker Arbeitsplatz für die Reparaturen vorhanden ist. Der Werftmittarbeiter wies uns einen Platz für unser Motorenequipment zu. Dann fuhren Klaus und ich zum Schlafen nach Hause und Gunnar macht es sich auf unserem Boot gemütlich.

Am Freitag war der erste Start für 11:00 angesetzt. Vormittags hatten wir, mit leichtem Regen und drehenden Winden, eine angenehme Ausgangssituation für das Boot und die Crew. Wir konnten die günstigen Bedingungen nutzen und haben uns am Ende dieses ersten Regattatags über den 7. Platz gefreut und diesen am Abend bei einer Leberkäs Semmel und einem Bier gefeiert.

Sonnabend war weniger Regen und wenig Wind. Die Boote der andern hatten etwas mehr Glück mit der Wahl der richtigen Seite bei der taktischen Planung, sodass wir zum Abend auf den 9. Platz rutschten. Das Abendessen mit Grillfleisch und Salat konnten wir in der untergehenden Abendsonne auf der Terrasse aber dennoch genießen.

Der Sonntag begann mit Kaiser Wetter und mehr Wind, um die 3-4 bft. Bei der letzen Wettfahrt wurde an der Luv Tonne eine Bahn Änderung angezeigt. Auch durch mehrfaches Peilen über den Seen konnten mehrere Boote die verlegte Tonne hinter einem Motorboot nicht entdecken. Das bis dahin führende dänische Boot um den Steuermann Johnny Jørgensen hat zusammen mit uns die Tonnenfrage leider nicht gut gemeistert.

Unsere Freunde aus dem Segel Club Spandau haben uns nach der letzten Fahrt gratuliert, sie waren mit dem Motorboot angereist und hatten mit Interesse die Regatta am Sontag verfolgt. Da hier von der Regattaleitung Sprechgesänge und Cheerleader Veranstaltungen an der Regattabahn verboten waren, fanden wir die stille Beteiligung am Regattageschehen als sehr angenehm.

Somit sind wir nach der letzten Fahrt, entspannt und müde am VSAW angekommen. Die Mastleiter haben wir den Dänen überlassen, da sie den weiteren Heimweg hatten.

Die Preisverteilung war für all eine besondere Begebenheit auf der Regatta. Sie fand draußen bei bestem Sonnenschein und guter Stimmung statt. In dem spannenden, dreitägigen Duell, das erst in der letzten Wettfahrt entschieden wurde, gewann Andreas Blank von den acht Wettfahrten mit seiner Crew Svenja und Alex Lörke gleich drei Läufe. Sie machten den Unterschied aus, denn am Ende stand nach zwei Streichern bei beiden Crews dieselbe Punktzahl auf dem Konto. Stefan Klabunde als zweiter war mit Martin Zenker und Rudolph Knauthe unterwegs. Dritter wurde Johnny Jörgensen (DEN 972), der mit seiner Crew Kim Baun und Gert Hendriksen auch mit zwei ersten Plätzen überzeugen konnte. 

Wir – Klaus Krüger, Gunnar Zarbock und Rainhard Zübner-Baake haben uns über den 11. Platz gefreut.

Den Pechvogelpreis (eine 70 cm hohe Kanne), den wir im Jahr zuvor abbekommen haben, hatten wir schon am zweiten Tag wieder abgegeben. Der Preis für den letzten und 8 Platz war eine Befreiung der Teilnahmegebühren. Unter den Teilnehmern vom 9.-23. Platz wurden 5 Sachpreise verlost. Wir haben beim 5. Sachpreis gerade noch Glück gehabt und konnten einen Gutschein ergattern.

Insgesamt waren es drei wirklich solide Segeltage in einem starken Feld mit einer erstklassigen Wettfahrtleitung! Vielen Dank dafür an Harald Koglin und sein Team vom VSaW.

Die etwas holprige Rückfahrt

Da sich nach der Siegerehrung der Platz schnell leerte, wollten auch wir mit unserem Boot wieder auf Kurs Heimathafen gehen. Also „Mast runter, Motor dran gebaut und los!“ dachten wir… Leider versagte uns unser sonst zuverlässiger Zeitaktmotor den Dienst. Unsere erste Analyse und Betrachtung der Zündkerzen waren ergebnislos, weswegen sich Gunnar bereit erklärte, das Schiff eine weitere Nacht zu bewohnen und am Montag auf den Ersatzmotor zu warten.

Den Ersatzmotor haben Klaus und ich am Montagmorgen im Bunker 1 abgeholt und schnell ins Auto verbracht. Über die Havel Chaussee ging es mit 30 kmh zum Boot, wo Gunnar auf uns wartete. Wir haben rasch die Motoren getauscht und den Tank mit dem Benzin geändert (der Ersatzmotor hatte einen 4 Takt Motor). Leider hat der Vergaser seine Benzin-Ausscheidungen nicht in der erforderlichen Richtung in den Zylinder gebracht, sondern über den gesamten Motorinnenraum verteilt… Kleine schillernde Flecken zierten das Hafenbecken des VSAW…

Also haben wir wieder das Handy bemüht und Klaus von der neuerlichen Situation berichtet. Jetzt wurde durch Klaus und Dietmar ein weiterer Ersatzmotor vom Mittelpunkt abgebaut und durch Klaus an den Wannsee gefahren. Die Montage des nunmehr dritten Motors war problemlos bis auf den Umstand, das der Benzinschlauch zu kein war. Die Idee „Wickelmuffe aus Tesaband“ war leider nicht dolle – hier wurde der erste Ablege Versuch mit einer fröhlichen Paddelfahrt rückwärts zum Steg bestraft… Dann haben wir die Schläuche von 3 verschiedenen Tanks verglichen. Wir fragten uns „Welcher könnte passen?“. Gemeinsam beschlossen wir, aus den verschiedenen geschnittenen Enden eine funktionstüchtige Benzinleitung zu kreieren. In der Bordversorgung hatten wir keine Schlauchschelle. Also haben wir hier kurzerhand einen Druckverband mit                                                                                                    Takelgarn und einem Schraubenzieher erstellt.

Jetzt aber los! die Schleuse Spandau hatte uns signalisiert, dass wir bis 22:00 Uhr in der Kammer sein müssen um noch durchzukommen. Nun hat Klaus die Wache am Steg übernommen und uns noch zum Abschied auf den Wannsee gewunken.                                                                                                   Als die Silhouette von Klaus am Horizont mit der Umgebung verschmolz sind wir mit gemischten Gefühlen Richtung Gemünd gefahren. Kleiner                                                                                                    Schluck am Grundwald Turm und dann sind wir ohne weitere Probleme an der Schleuse Spandau angekommen. Die rechte Seite war voll, also                                                                                             nahmen wir die linke. Gunnar konnte durch Anruf des auch hier liegenden Motorbootes sich den notwendigen Platz verschaffen, sodass wir gerade noch so reinpassten. Es wäre ja blöd gewesen jemanden mit dem gelegten Mast aufzuspießen… Schon 2 Stunden Wartezeit hatten die anderen Motorboote an der Schleuse verbracht. Wir hatten diesmal Glück, denn keine 10 Minuten später und die Schleusentore öffneten sich und haben die  bergabfahrenden Boote freigelassen. Wieder am Heimathafen in Spandau angelangt, hat Mario uns am Kran abgepasst und uns an der Kurbel geholfen. Nach diesem ganzen Abenteuer waren wir froh und glücklich, dass die Frieda nun wieder wohlbehalten zu Hause angekommen war.

Viel Grüsse
Rainhard

Kurt-Weck-Gedächtnispreis 2020

Von Karsten Krüger

Alles begann mit einem Kommentar von Andreas, der während eines Telefonates (das ist die App mit dem Hörer) im Urlaub nur kurz fallen ließ, dass der Kurt Weck trotz Corona ausgesegelt werden soll. Alles soll kontaktlos und online abgewickelt werden, nur zum Segeln muss man selber vor die Tür.

Dieser Satz sollte uns (Cordula und mich) dann noch den restlichen Urlaub beschäftigen. Beide Boote, die AchHerrJe und die Variable, standen ja noch in der Halle und es war auch geplant, dass das für die Saison 2020 so bleibt.

Im Übrigen haben wir den Urlaub auf unserer Varianta in Steinhude verbracht. Und zwar 50% in der eigens für die IDM angemieteten Ferienwohnung und eine Erweiterungswoche dann auf dem Boot. Bei 40cm fehlendem Wasser war das Segeln und auch das Kranen kein Vergnügen. Aber davon mehr in Cordulas Urlaubsbericht.

Wie wir dann fast täglich online prüfen konnten entwickelten sich die Meldezahlen in Richtung der 10 Teilnehmer Grenze, an der auch Olaf und Andreas ganz bestimmt nach Berlin kommen würden.

Kampflos wollten wir ihnen den See nicht überlassen, also schnell gemeldet und rein mit der Variablen ins Wasser. Es hatte sich auch schon vorher ein Interessenkreis im Nordstern gebildet, der das Clubschiff doch lieber im Wasser sah als in der Halle. Mit der AchHerrJe würde das nicht klappen, die steht (immer noch) demontiert in der Halle und wartet auf weitere Zuwendungen, aber die „Frauen“ haben dann vom frisch operierten Christoph (Leistenbruch, aua!) aus dem SKN die Kassandra klar gemacht. Es konnte also losgehen…

Bei prima Wetter und angenehmen Winden um 3 Bft. lasen wir dann im Schlepp die ausgedruckten Segelanweisungen und staunten nicht schlecht. Aus den max. 5 zu segelnden Läufen sind auf einmal 6 geworden! Na toll. Ein entspanntes Segelwochenende hatte ich mir anders vorgestellt, ich fand 5 Läufe schon ehrgeizig. Die ganze Saison auf der faulen Haut gelegen und dann gleich so was…

Start am Samstag war um 11:00 Uhr und Thomas und Kai haben uns im ersten Lauf deutlich vor Augen geführt, dass sie über den Winter nichts verlernt hatten. Mit Abstand brachten sie einen 1.Platz ins Ziel. Björn sicherte sich den 2., wir den 3. und Olaf den 4. Platz. Cordula und Ute freuten sich über einen 5. Platz. Cordulas im Februar operiertes Knie muckerte zwar noch etwas bei den ungewohnten Bewegungen, es hat dann aber doch alles gehalten. 

Die folgenden beiden Läufe konnten wir als erste beenden, z.T. auch mit etwas Abstand. Olaf, Thomas und Björn blieben immer dichtauf. Bei den Damen lief es nach einem 6. Platz im zweiten Lauf dann leider nicht mehr so gut. Eine Änderung der Bahn im 3. Lauf hat sie dann auch noch aus derselben geworfen und sorgte für reichlich Frust. Aber auf einem fremden Schiff mit zusammengewürfelten Segeln das alles nicht so einfach.

Am Ende des Tages hatten wir dann vier Läufe im Sack und entgegen der Ausschreibung fand dann am Abend im TSC ein Hafenkonzert mit Takeaway Food aus der Clubkantine statt. Auf einem Schwimmsteg im Hafenbecken wurde musiziert und auf Abstand bedacht konnte unter Einhaltung der AHA Regeln den Klängen gelauscht werden.

Wir konnten leider nicht teilnehmen, da der Samstagabend im Vorfeld bereits anderweitig verplant war, es sollte ja ursprünglich alles online stattfinden, um Kontakte zu vermeiden.

Sonntag ging es wieder um 11:00 Uhr los, allerdings mit einer Startverschiebung. Bei Sonne und schwachen Winden aus umlaufenden Richtungen (Tegel halt), harrten wir aus, um dann doch noch einen verkürzten Lauf zu absolvieren. Das war dann mit einem 5. unser Streicher und auch Olaf hat es nur bis auf einen 3.Platz geschafft. Nach weiterer Wartezeit und einigen erfolglosen Startversuchen hatte die Wettfahrtleitung gegen 13:30 Uhr endlich ein Einsehen und hat uns dann nach Hause entlassen. Wir gewannen somit knapp vor Olaf und Andreas, Thomas und Kai wurden dritte.

Wir haben uns beim Kurt-Weck-Gedächtnispreis den See mit H-Booten und IFs geteilt und das anfänglich befürchtete Chaos mit den verschiedenen Kursen blieb erstaunlicher Weise aus. Inner-Loop. Outer-Loop. Was es da nicht alles gab.

Aber: Dadurch hat sich alles auf magische Weise entzerrt und es kam nicht zu den bekannten Situationen, dass mehrere Klassen zur selben Zeit ums gleiche Fass wollten. Man musste wirklich „nur“ aufpassen, welchen Kurs man selber abzusegeln hatte. Ein Abgucken des Kurses der vorherigen Klasse konnte gewaltig in die Hose gehen.

Alles in allem war es doch eine gute Idee, mal wieder auf dem Boot zu sein, die morschen Knochen zu bewegen und etwas Aufregung an der Startlinie zu verspüren. Das reicht dann aber auch für diese Saison 😉

VG Karsten (&Andreas)
GER-189

Rolling Home 2019

Auch beim Rolling Home 2019 des SC Ahoi wurde der Nordstern Stander gezeigt. Klaus Krüger steuerte die F-340 FRIEDA mit Mannschaft Rainhard Zübner-Baake und Gunnar Zarbock auf Platz 30 von insgesamt 45 Klinker-Langkielern. Ergebnisse hier.

Nordcup 2019

Beim diesjährigen Nordcup des SSCO nahmen 9 Schiffe des SC Nordstern teil; insgesamt starteten 43 Teams. Gewonnen hat die Gesamtwertung Roland Hauptmann vom JSC mit seiner Mannschaft, bestes SCN Team wurden Wolfgang und Ute Kaplick auf Platz 3. Ergebnisse gibt´s hier.

Es war flau, flau, flau…

Bei recht mauem Wind aus West bis Süd haben sich immerhin vier (4!) Schiffe zur 6. Clubregatta eingefunden. Leider war auch die Beteiligung am restlichen Clubleben an diesem sonnigen und warmen Samstag recht mau. Damit es mit den Meldungen zur Clubregatten zukünftig etwas besser klappt, werden wir im kommenden Jahr eine Onlinemeldung parallel zur Liste im Messevorraum einrichten. Hier die Ergebnisse:

Start 21.09.2019, 14:00 Uhr

1. Karsten Krüger, Rolf Steuer (Pirat) – 0:53:22
2. Wolfgang Kaplick, Jörg Hübner, Anne-Beate Schütz (Smiling 28) – 1:06:57
3. Andreas Steffenhagen (Dehlya 25) – 1:14:38
4. Cordula Kaplick, Ute Steffenhagen, Gabi Lechner, Marianne Kaplick (Granada31) – 1:15:21