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Von Andreas Steffenhagen

Nachdem wir die IDM 2025 anlässlich der Travemünder Woche ausgelassen und wir die IDM 2024 krankheitsbedingt kurzfristig absagen mussten, hatten wir uns schon im Herbst entschlossen, in diesem Jahr wieder zur IDM zu fahren.

Unglücklicherweise wurden in dieser Saison in Berlin bis jetzt bereits 3 von 4 Varianta-Regatten mangels ausreichender Meldungen wieder abgesagt, und beim Berlini-Cup hatte Carsten keine Zeit, sodass ich dort die Pinne statt wie üblich die Vorschot in der Hand hatte. Die IDM sollte daher unsere erste gemeinsame Regatta in dieser Saison werden.

Da Ute und ich erst kurz vor der IDM von unserem Ostseetörn zurückgekommen waren (die Variable hatten wir schon 4 Wochen vorher verladen und sie stand so lange in der Halle), sind Carsten und Angelika mit der Variable schon am Freitag vorgefahren. Dort angekommen, konnte Carsten das Schiff gleich ins Wasser bringen und einen guten Stegplatz sichern. Ute und ich sind dann am Sonnabend nachgefahren. Im Yacht Club Sorpesee angekommen, konnten wir gleich den Mast stellen und die letzten Kleinigkeiten am Schiff erledigen.
Da in der Jugendherberge trotz Reservierung bereits im Oktober letzten Jahres erst ab Montag ein Zimmer frei war, mussten wir die ersten beiden Nächte im Auto übernachten, Carsten und Angelika hatten sich für die Woche dagegen ein Hotel gegönnt.

Am Sonntag wollten wir eigentlich endlich mal segeln und uns mit dem See vertraut machen, aber bei über 30 °C und nur gelegentlich strichweise Wind (eher Thermik als Wind) wurde es doch ein Gammeltag an Land.
Nach der offiziellen Anmeldung im Regattabüro war die Vermessung am Montag relativ schnell erledigt: die übliche Ausrüstungskontrolle (Schwimmwesten, Anker + Leine, Paddel, Festmacherleinen) und die „Segelvermessung“ (nur eine Kontrolle, ob auch DSV-Marken im Segel sind).

Gegen Mittag kam dann sogar etwas Wind auf, und wir konnten doch noch zwei Runden über den Sorpesee drehen. Zufrieden, dass die Manöver noch klappen. Mit der Erkenntnis, dass der See genauso „schöne“ Winddreher hat wie der Tegeler See, man wie überall die einmal gewählte Seite auf der Kreuz auch ausfahren muss und nicht hektisch die Seite wechseln darf, konnten wir diesen Trainingsschlag nach 1,5 Stunden wieder beenden.
Nachmittags konnten wir dann vom Auto in die Jugendherberge umziehen. Die Jugendherberge war fußläufig nur ca. 7 Minuten vom Verein entfernt, sodass wir das Auto als „Basislager“ im Verein stehen lassen konnten (wären eh nicht mehr rausgekommen!). In der Jugendherberge dann die große Überraschung: Wir hatten ein Zimmer mit Blick auf den See! Besser als aus dem Zimmer konnte Ute das Geschehen auf dem Wasser nicht verfolgen. Einfach perfekt!

Im Übrigen sind Jugendherbergen nicht mehr mit den Einrichtungen vergangener Jahre vergleichbar. So hat z. B. jedes Zimmer mittlerweile eine eigene Toilette mit Dusche. Wasch- und Duschsäle gibt es schon lange nicht mehr, und das Frühstücksbüffet braucht den Vergleich mit vielen Hotelbüffets nicht zu scheuen.
Abends folgte dann die Eröffnungsfeier mit erfreulich kurzer Begrüßungsrede des Vorstands und des Wettfahrtleiters mit anschließendem Büffet und Freigetränken.

Dienstag, 28.07., dann um 10:30 Uhr der erste Start zur IDM 2026. Wir sind gut gestartet und die ganze Zeit vorne mitgesegelt, im Ziel dann 6. Platz. Kein schlechter Start in die Meisterschaft auf einem unbekannten Revier.

Im zweiten Lauf gleich im Anschluss, wieder beim Start gut weggekommen, erste Tonne 3ter, es läuft. Wir können den Platz bis Mitte des letzten Spigangs halten, dann wird leider wegen Windmangel abgeschossen, ärgerlich. Mangels Wind bleibt es bei nur einer Wettfahrt an diesem Tag.
Kurioses am Rand: Wegen Missachtung der Schwimmwestenpflicht werden Frank Schönfeld und Manfred Brändle im ersten Lauf vom Schiedsgericht jeweils mit einer 20 %-Punktstrafe belegt.

Das erste Rennen am Mittwoch ist eigentlich eine Wiederholung des abgebrochenen Laufs vom Vortag, nur mit dem Unterschied, dass jetzt auf dem letzten Spigang alle von hinten mit Wind ankommen und wir vom 3. auf irgendwas nach Platz 10 am Leegate durchgereicht werden. Im Ziel dann ein ärgerlicher 9ter Platz.
Die drei folgenden Läufe an diesem Tag beenden wir auf den Plätzen 6, 1 und 3. Alles in allem doch noch ein sehr guter Tag für uns! Aufgrund der Punktstrafe für Frank am Vortag sind wir nach 5 Läufen insgesamt Dritter. Eigentlich könnte die Meisterschaft jetzt auch zu Ende sein. Mit jetzt 5 Rennen hatten wir ja für eine Meisterschaft schon eine ausreichende Anzahl von Wettfahrten gesegelt.

Donnerstag: Es ist Wind angesagt, gegen Nachmittag sogar Gewitter mit den entsprechenden Böen – keine guten Nachrichten auf einer Talsperre mit Wind aus einem Taleinschnitt und um die Ecke! Dementsprechend ruppig und drehig wurde es dann, insbesondere vor dem Wind, da es sehr platt vor dem Wind runterging. Viele ließen daher den Spi gleich im Sack oder sind zum letzten Rennen gar nicht mehr gestartet. Mit den Plätzen 7, 4 und 6 lief es nicht mehr ganz so gut, aber am Ende waren wir noch froh, immer noch 4ter in der Gesamtwertung zu sein. Frank war an diesem Tag mit zwei 1ten und einem 2ten Platz nicht zu schlagen, sodass er nach diesem Tag wieder vor uns lag.

Für Freitag, den letzten Wettfahrttag, war dann schon wieder wenig Wind angesagt, und es war sogar noch weniger, nämlich spiegelblank. Sehr zu unserer Freude, denn mit dem 4. Platz konnten wir immer noch sehr gut leben, und bei einem Schwachwindlauf mit Trudelwind und Glücksfaktor hätten wir mehr verlieren als gewinnen können. Zum Glück wurde auch nicht mehr gesegelt, und um 13 Uhr machte der Wettfahrtleiter dem Warten bei 35 °C ein Ende.

Anschließend wieder Mastlegen, zum Slippen anstellen, Schiff verladen und vom Gelände fahren, das Übliche eben nach jeder auswärtigen Regatta.

Verdiente Meister mit vier 1ten Plätzen und vier 2ten Plätzen wurden wieder einmal Clemens Schulte-Feldmann und Sven Wehrenbrecht vom ausrichtenden Verein Yacht Club Sorpesee! Herzlichen Glückwunsch!
Mit dem 4ten Platz hatten wir zwar knapp das Treppchen verpasst, insgesamt waren wir mit der Woche jedoch mehr als zufrieden.

Abends bei der Preisverteilung und der anschließenden Meisterfeier wurde dann der Verlauf der Woche noch einmal ausgiebig und feuchtfröhlich nachbesprochen, und eine sehr entspannte Woche ging zu Ende.
Eigentlich könnte man zur Sorpe auch mal zu normalen Ranglistenregatten fahren – wenn nur nicht die lange Fahrzeit (6–7 Std. mit Schiff) über die A2 wäre.

Carsten Edinger / Andreas Steffenhagen
Variable VA 189

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