O’pen Bic World Cup in Ascona/Lago Maggiore/Schweiz (29-31.Juli.2011) & German O’pen Cup in Surendorf/Ostsee (5.-7.08.2011)

Von Timo Schröfel

Am 23.Juli 2011 ging unsere Reise los, bei der wir letztendlich 3000 Kilometer in zwei Wochen zurückgelegt haben. Nachmittags fuhren wir in den Nordstern, um mein Boot zu verladen. Dank fleißiger Helfer ging das sehr schnell.
Nachts 4 Uhr starteten wir in Richtung Ascona und waren gespannt, wann wir da sein würden.
Die Fahrt verlief ganz gut, nur einmal hat das Navi schlapp gemacht, da waren es aber nur noch 20 Kilometer.
Nachdem es die ganze Fahrt in Deutschland geregnet hat, hatten wir nun strahlenden Sonnenschein und der blieb die ganze Woche. Ich habe mich sehr darauf gefreut, die anderen O’pen Bic Segler wieder zu sehen. Ich war der einzige Teilnehmer aus Berlin.
Nachmittags 16 Uhr kamen wir im Yacht-Club-Ascona an.Wir wollten schnell das Boot abladen und dann in unsere Ferienwohnung fahren.
Sie war nur zwei Kilometer vom Yachtclub entfernt, trotzdem hat es voll lange gedauert, bis wir angekommen sind. Das lag daran, dass unser Nawi die engen Gassen in der Altstadt von Ascona Solduno überhaupt nicht kannte. Die folgenden Tage lief dann alles ganz gut und wir waren froh, so nah am Veranstaltungsort zu wohnen (besonders an dem Tag an dem ich meine Startuhr vergessen hatte).

25 – 28.Juli 2011.Trainingstage
Damit wir das Segelrevier, wo der World Cup stattfindet erstmal kennenlernen können, hatten unsere Eltern ein Training organisiert.
Morgens 10 Uhr trafen wir uns zum ersten mal mit dem Trainer (der auch aus Deutschland gekommen ist).
In den nächsten Tagen hatten wir Wassertraining, Videoanalyse und Regattatheorie. Leider gab es kaum Wind, was am Lago Maggiore öfters der Fall ist. Am Dienstag Nachmittag hatten wir deshalb segelfrei. Einige von uns sind ins Schwimmbad gegangen. Aber ich nutzte die Gelegenheit, um mit der Seilbahn auf 1340 Meter Höhe zu fahren und den Lago Maggiore von oben zu sehen.
Am 28.Juli brachten wir unsere Boote vom Yachtclub ins Lido, wo für die einzelnen Nationen Stellflächen reserviert waren. Danach erledigten wir auch gleich die Einschreibung für den World Cup. Alle Starter bekamen Lycrashirts mit einer Startnummer. Ich hatte die 66. Das deutsche Team bestand aus 23 Teilnehmern, ausserdem waren Segler aus zehn weiteren Nationen, wie Japan, Brasilien, Frankreich, England und den USA vertreten.

29.Juli 2011: Erster World Cup Tag
130 Teilnehmer gingen an den Start und es war ein großes Gewusel bis alle Boote im Wasser waren. Wir wurden 45 Minuten geschleppt, nur um wenigstens ein kleines bisschen Wind zu kriegen, wir waren fast schon in Italien. Der wenige Wind war natürlich optimal für die leichten Segler und weniger für mich. Während der Wettfahrt gab es großes Geschrei und ich weiß jetzt was „Raum“ in allen möglichen Sprachen heißt. Insgesamt wurden heute drei Wettfahrten gesegelt.

30.Juli 2011: Zweiter World Cup Tag
An diesem Tag gab es glücklicherweise mehr Wind und auch das Schleppen funktionierte besser. Es gab 2 Wettfahrten und ich belegte dabei die Plätze 34 und 53. Nach der Rückkehr ins Lido gab es beim Deutschen Team gleich 2 Verletzte, Einer ist beim Essen holen über einen Steinblock gestolpert und der Andere hat sich die Ferse am Slipwagen aufgeritzt, so dass er im Krankenhaus genäht werden musste.

31.Juli 2011: Dritter World Cup Tag
Heute war wieder fast kein Wind entsprechend lange mussten wir geschleppt werden. Es wurden 2 Wettfahrten gesegelt. Nach der Rückkehr ins Lido ging gleich das Verladen der Boote los, denn wir wurden ja den nächsten Tag schon zum Trainingscamp in Surendorf erwartet. Gespannt warteten wir auf die Siegerehrung, die um 17 Uhr anfing.Das ganze deutsche Team erhielt eine Medaille, worüber ich mich freute.
Dann hieß es schnell verabschieden, aber die deutschen Segler sah ich ja in den nächsten Tagen in Surendorf schon wieder.
Unser Tagesziel war heute noch Konstanz und vor allem wollten wir vor dem Dunkelwerden noch die Berge hinter uns gelassen haben.Wie sich später herausstellte, war unsere Entscheidung, durch den St. Bernardino Tunnel zu fahren perfekt, denn die anderen haben viele Stunden im St. Gotthardt eingeparkt.

1 – 4.August 2011: Trainingscamp Surendorf
17 Uhr kamen wir an der Ostsee an. Wir dachten wir wären schnell gewesen, aber ein Mädchen war früher da. An diesem Tag luden wir nur noch das Boot ab und besetzten das Schlafgemach. So langsam kamen dann auch die Anderen und so hatten wir noch einen geselligen Abend.
Am nächsten Tag war um 10 Uhr Steuermannsbesprechung und Auslaufbereitschaft, davor gab es Frühstück und ich habe mein Boot aufgebaut. Es war richtig schöner Wind in der Kieler Bucht und so ging es dann auch schnell aufs Wasser. Doch das war nicht von langer Dauer denn es kam eine Nebelwand und wir mussten alle wieder zurück. Aber am Nachmittag war alles perfekt und wir hatten noch eine schöne Trainingseinheit. Auch die nächsten Trainingstage hatten wir gute Bedingungen zum Trainieren, bei Windstärke 4-5.

5 – 7.August 2011: German O‘pen Cup
23 Teilnehmer aus Deutschland gingen an den Start.
Es ging los mit der Steuermannsbesprechung, wo der Wettfahrtleiter uns die Regeln erklärt hat. Da es bei O‘pen Bic keine Proteste gibt, warnte er uns, dass er genau hinschauen wird, besonders im ersten Viertel des Feldes. Ausserdem galt die Regel, wenn die Jury auf einen Fehler aufmerksam machen muss, dann hieß es zwei mal kringeln! Also kringelt man lieber freiwillig nur einmal.
Am ersten Wettkampftag hatten wir Windstärke 5 und segelten gleich 6 Wettfahrten. Das war schlecht für mich, da ich an diesem Tag wegen gleich mehrerer technischer Schwierigkeiten nicht so gut sein konnte wie ich wollte.
Am zweiten Tag wurden 5 Wettfahrten gesegelt und da lief es für mich deutlich besser. Mein „Service Team“ hat gute Arbeit geleistet. So konnte ich die Plätze 10,11 und 14 ersegeln.

Am Tag 3 absolvierten wir bis 12:30 Uhr noch 3 Wettfahrten, wo ich leider wieder Probleme an meinem Boot hatte, die ich auf dem Wasser nicht lösen konnte und die mich dadurch mehrere Plätze zurückwarfen.
Schon um 14 Uhr war die Siegerehrung.
Gegen 17 Uhr traten wir die Rückfahrt nach Berlin an. Wegen einer langen Umleitung waren wir erst 22 Uhr in Berlin. Mein Boot haben wir noch abends in Scharfenberg abgeladen, aber ich wollte erst noch einmal mit nach Hause, mich in die Badewanne legen und saubere Sachen brauchte ich auch.

Am nächsten Tag ging ich dann nach Scharfenberg ins Camp, um mich auf den 2. Scharfenberger O’pen Cup vorzubereiten. Aber darüber schreibe ich im nächsten Bericht.