Von Karsten Krüger und Cordula Kaplick
Kurzentschlossen meldeten wir uns am Donnerstag vor der Langstrecke zum Start an. Wegen Cordulas angeknackster Rippe haben wir uns für den Armen Ritter entschieden. Genug Boote zur Auswahl haben wir ja zum Glück.
Den Freitag liessen wir entspannt angehen und fuhren erst recht spät in Berlin los. Die unfallbedingten Staus auf der Autobahn kurz vor Neuruppin konnten wir damit geschickt umschiffen. Am Freitag luden wir dann schon mal den Piraten ab und riggten auf. Von Freitag auf Samstag haben wir dann im Auto übernachtet.
Nach einem reichhaltigen Frühstück slippten wir den Ritter und segelten zum Start. Was man bei null Wind so segeln nennt. Nach kurzer Startverschiebung ging es dann mit sehr leichter Brise los. Erst 5 Surfer und dann im Anschluss die 25 gemeldeten Segler. Das Besondere an dieser Regatta ist, dass es keinen Ausgleich durch das Yardstick System gibt. Im ersten Moment erscheint das ungerecht, aber beim zweiten Drübernachdenken weiss man eigentlich von Anfang an, wo man sich ungefähr im Ziel wiederfinden wird. Auch muss man sich um eine ungerechte Verteilung der YS Faktoren nicht kümmern und es gibt am Ende keine (böse) Überraschung.
Wir starteten also bei fast Flaute vor dem RSC in Richtung Kessel und hangelten uns von Windfleck zu Windfleck (hunting for pressure). Somit waren wir immer in Fahrt und doch gut dabei. Die führenden 3-4 Schiffe haben ab und an eine Münze in den Parkautomaten geworfen, so dass wir zwischenzeitlich sogar an der Führung gekratzt haben. Ab Seehof wurde es dann mit 2-3 Bft. etwas windiger, aber der Wind war alles andere als beständig. Stärke und vor allem die Richtung schwankten stark. Die Surfer hatten es da einfacher, die haben mit den Segeln gepumpt, was das Zeug hält. Wenig Wind aus allen Richtungen war dabei egal. Vermutlich hatten die Surfer am nächsten Tag alle eine Muskelkatze in der Armen.
An der Wendemarke bei Karwe haben wir uns dann mit einer O-Jolle gematcht und nach einigen Winddrehern und etwas Vorfahrtsgerangel konnten wir sie am Ende klar hinter uns lassen. Die eine grosse Runde wurde dann um 15:00 Uhr (für uns) abgekürzt und wir gingen (vor der O-Jolle) als 5. ins Ziel. Da eben auch Dickschiffe und Kutter mit am Start sind, dauert es meist etwas, bis dann wirklich alle im Ziel sind. Sonst segelt man den ganzen See 1,5 x hoch und runter (Langstrecke eben). Das war am Samstag aber nicht machbar; die letzten wollten ja auch noch etwas vom Kaffee- und Kuchenbuffet abbekommen.
Zur Siegerehrung gegen 17:00 Uhr wurden dann noch langjährige Verdiente des RSC durch den Landesobmann des DSV und den Vorsitzenden des RSC geehrt und die Preise in Form sehr schöner Handtücher unter die Teilnehmer gebracht. Besonders hat uns gefreut, dass viele der RSC-Kameraden uns in den vergangenen Jahren im Club vermisst haben. Der RSC und der SCN sind seit langer Zeit Partnervereine. In den letzten Jahren haben wir uns aber irgendwie etwas voneinander entfernt.
Wir sollten nach vorne sehen und die Partnerschaft neu aufleben lassen. Der Empfang war herzlich und wir fühlten uns sehr willkommen. Es war ein sehr schöner Segeltag im RSC und vielleicht kommen ja zur nächsten Langstrecke ein paar Nordsterne mehr mit auf den Ruppiner See.
Erbebnis hier













