Berolina Cup der Folkeboote

Von Rainhard Zübner-Baake (19.09.2020)

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Die Anreise fand am Freitagnachmittag statt. Mit dem Auto haben wir, von Adlershof über Marienfelde, alle Facetten des Berliner Verkehres mitgenommen. Unser Proviant und die Übernachtungsausrüstung war schnell auf einem Handwagen verstaut. Als wir ankamen hieß es: Rasch an den Südsteg zur Frieda.

Aber dann: Hoppla - mein Kuschelkissen hatte sich den Weg der Schwerkraft gesucht und eine Landung im Wasser vollbracht. Mit reiner Körperbeherrschung ist es mir in letzter Sekunde gelungen, ohne Hilfsmittel das halb mit Wasser vollgesogene Kissen zu retten. Die Sonne stand am Firmament so dachte ich: Wasser aus dem Kissen schleudern und trocknen! Na ja, das mit dem Schleudern bei einem so alten ehrwürdigem Kissen war keine gute Idee... Es machte „ratsch“ und ein großer Riss gab den Blick auf die Füllund meines Kissens frei. Mir blieb nichts anderes übrig, als mein Lieblingskissen in der Mülltonne zu Grabe zu tragen.

Der Mast war schon vor drei Tagen gelegt, so konnten wir unter Motorkraft ablegen. Dankenswerterweise haben wir den Motor von Klaus geliehen bekommen. Mein Außenborder sprang mittlerweile wieder an. Die Zündspule hat auf einem Ausgang den Dienst verweigert. Nach Einbau des neuen Ersatzteils, haben wir festgestellt, dass der Prüfstrahl von der Motorkühlung nicht mehr vorhanden war. Die blaue Wassertonne hat hier, in Verbindung mit einer Bohle und Schraubzwingen, gute Dienste erbracht. Nach Abbau der Testeinrichtung konnte ich nur unter viel Mühen die Tonne mit einem Großen Schwall des eingefüllten Wassers entleeren.

Ohne besondere Vorkommnisse haben wir das Gemünd erreicht. Nun noch links abgebogen! Beim Nachbarverein, dem SVST, konnten wir die Mastleiter ansteuern. Welch ein Glück, diese war nicht verschlossen! Der Mast war rasch gestellt. Baum mit Großsegel montiert und die übersichtliche Takelage des Folkebootes eingestellt. Da war auch schon Klaus Löffler, Eigener der roten Karoline, auf dem Steg. Wir hatten uns telefonisch angemeldet und haben uns nach einem Liegeplatz erkundigt. Wir einigten uns auf den Kopfsteg. Es wäre zwar noch ein Platz unter Land freigewesen, dieser lag aber gefährlich nahe an der Slipanlage - wie wir wissen ist das mit dem Wasser am unteren Kiel in den letzten 2 Jahren so eine Sache. Keiner mag so im Regen sein, aber ab und zu wäre es auch dieses Jahr erforderlich gewesen. Hier im Stößen See ist es im Gegensatz zum Wannsee auch nicht unangenehm an der Durchfahrt für die anderen Wassersportler zu liegen. Nun haben wir uns nach dem Festmachen an der Messe angemeldet. Hier konnten wir auch in Erfahrung bringen, wie wir des Nachtens in die sanitären Einrichtungen kommen.

Für das Abendessen hatten wir vorgesorgt, es gab Fladenbrot mit Tomate Gurke und Schafskäse. Beim Bier hat Gunnar einige Geschichten aus dem gegenüberliegenden Post Sport Verein zum Besten gegeben. Bei Einsetzen der Dunkelheit entzündeten wir eine Kerze. Meine Campinglampe mit Gasbetrieb benötigt dringend einen Glühstrumpf…

Laute Musik hat uns noch etwas wachgehalten. Die Polizei war mit Blaulicht auf dem Uferweg unterwegs. Plötzlich tauchte aus dem Dunkel der Nacht ganz leise das Feuerwehrboot auf. So wie es kam hat es sich nach dem Wenden auf dem Stößen See wieder davon gemacht. Nachdem die letzten Schlager aus dem Partyboot verhallt waren, haben wir uns zur Ruhe gelegt.

Am Morgen haben wir zuerst Kaffee gekocht damit die Lebensgeister wieder in den Körper steigen. Und schon wurde uns mitgeteilt, dass der Schlepp um 09:00 losgeht. Sofort haben wir Sabine bescheid gegeben, dass Sie früher kommen soll. Nach kurzer Zeit war unsere Vorschoterin an Board und hat uns eine Flasche Sherry mitgebracht. Genau die Sorte die in die Flachen Halter der Frieda wunderbar hineinpasst. Der Schlepp ist dann aber doch erst um 09:30 losgegangen. Frohen Mutes haben wir uns vom Steg abgestoßen und legten uns an die Spitze der Folke-Boot- Ansammlung. Zuerst wurden die Dias eingesammelt. Danach kamen die Faltenboote an die Reihe.

Nach einer dreiviertel Stunde waren wir im Segelrevier der Großen Breite angekommen. Nachdem wir Segel gesetzt haben, erkundeten wir die Regatta Bahn. Die Start Boje lag auf der Kladow Seite Unterland und die Tonne 1 in Richtung Grunewaldturm. Pünktlich um 11 am Samstag gab es dann den ersten Start für Dyas und Folkeboote. Der Wind aus Ost drehte sehr stark. Für Segler und Wettfahrtleitung keine leichte Aufgabe.

In der zweiten Wettfahrt musste für die Folkeboote an der Tonne 3 abgekürzt werden - nach den Wettsegelbestimmungen  darf eine Wettfahrt nicht länger als 90 Minuten dauern, die Gefahr dass die Wettfahrt wegen Zeitüberschreitung annulliert würde wäre zu groß. Los ging der erste Start, gar nicht so schlecht – wir hatten einen guten Mittelplatz bis zur Halbzeit. Dann hat uns die Flaute auf dem See erwischt, genau da wo kein Wind ist, haben wir die Frieda hinein manövriert. Rennen 2 und 3 waren besser, wir konnten unseren Vorteil von unserem Holzboot leider nicht in Geschwindigkeit umsetzen. Nach dem Ende des letzten Laufes sind wir in Ruhe zum Stößen See gesegelt.

Angekommen an unserem Anlieger haben wir einen Großen Segler mit als Nachbarn am Kopfsteg. Die Gastronomie haben wir mit unseren Masken betreten. Hier gab es Getränke 4free. Das Büfett war von der Berliner Art: Kassler und Boullette mit den entsprechenden Beilagen.

Nach einer angenehmen Nacht wachten wir auf und schauten nicht schlecht auf den See. Im dichten Bodennebel wirkt der See matt. Kaum lassen da Konturen noch erahnen, kein Wind bewegt die schlaffe Wetterfahne. Kurz nach dem Kaffee lichtete sich die zähe Nebelmasse durch die Kraft der Sonne. Frohen Mutes ging es auf zum letzten Schlepp zum Wannsee. Beim letzten Rennen 16 Platz erreicht gesamt haben wir das Ziel nicht letzter zu werden mit dem 19 Platz erreicht.

Alle 4 ausgeschriebenen Wettfahrten konnte der veranstaltende Seglerverein Stößen See im Großen Fenster der Unterhavel über die Bühne bringen.

Sieger bei den Folke Booten wurde einmal mehr Andreas Blank mit seiner Crew Svenja und Alexander Loercke.

Viele Grüße

Euer Rainhard


 

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