Nordstern-Geschwaderfahrt nach Masuren, 25.5.-1.6.2019
Reisebericht von Anne Voorhoeve (Crew Fado)

Wie die Idee entstand ...? Andreas erzählte es uns am Abschlussabend: Unser Präsident hatte Gregor vor etwa zwei Jahren gefragt, ob dieser uns nicht einmal seine polnische Heimat zeigen wolle. Dass es in Masuren einzigartige Segelreviere gibt, war den Nordsternern zwar bekannt; allerdings schreckte bisher nicht nur die Entfernung von fast 800 Kilometern, sondern auch die Sprachbarriere.

Unser Kamerad zögerte – aber wohl nur kurz, denn im Spätsommer 2017 hingen plötzlich Anmeldelisten im Vorraum der Messe: Yachtcharter Masuren 2019! Einige dachten beim Lesen, Gregor habe sich wohl im Datum vertan – sollte man sich ernsthaft für eine Woche festlegen, die anderthalb Jahre in der Zukunft lag? Mirek, der Bootseigner in Rydzewo, muss ähnlich reagiert haben: „Was soll das denn? Für 2019 gibt es ja noch nicht mal einen Kalender!“
Wenn man bedenkt, wie schwer wir Nordsterner uns beim Eintragen in irgendwelche Listen tun, war es erstaunlich, wie schnell sich die Zeilen der Masuren-Anmeldung füllten. Die Idee, zehn Boote eines zuverlässigen, Gregor bekannten Vercharterers zu reservieren, überzeugte. Dann hieß es warten - für alle außer zwei, denn für Gregor und Aleksandra gab es nun sehr viel zu organisieren. Der geplante Informationsabend verschob sich zwar immer wieder, da die Charterverträge lange nicht eintrafen. Wer Gregor ansprach, konnte den Stand der Planungen jedoch auch zwischendurch erfahren und merkte, wie konkret im Hintergrund schon alles geworden war.
Im Frühjahr 2019 wurde die Vorfreude weiter geschürt durch die Gründung einer WhatsApp-Gruppe „Masuren“. Gregor ließ uns immer detailliertere Infos zukommen: von Routenvorschlägen für die Autofahrt über Luftbilder der anzusteuernden Häfen bis hin zu Speisekarten, um für drei gemeinsame Abende Restaurants vorzubestellen. Gregor konnte den Weg zum Nordstern-Steg kaum noch gehen, ohne von Kameraden mit Fragen bombardiert zu werden. Mittlerweile verstärkten auch Eugen und Irena die Crew der Reiseleitung.
Und dann, am 25. Mai 2019, ist es endlich soweit: Am Steg in Port Rydzewo können unsere polnischstämmigen Kameraden einen glücklichen, erwartungsvollen Mitsegler nach dem anderen in Empfang nehmen. 29 Teilnehmer im Alter von 23 bis 80 Jahren sind es am Ende geworden, die sich auf neun Boote verteilen. Alle sind gut angekommen, keiner wirkt besonders angestrengt von der weiten Anreise. Einige haben die Fahrt genutzt, um in Danzig, Allenstein oder Dirschau an der Weichsel zu übernachten, die einmalige Landschaft und Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke auf sich wirken zu lassen. Die letzte Crew trifft nach ausgiebiger Masuren-Hinterlandtour gegen 15 Uhr ein, als die anderen bereits gemütlich in ihren Plichten liegen und die Sonne genießen, und hat gerade noch Zeit, ihre Sachen aufs Boot zu schleppen und das Auto umzuparken – dann gibt es auch schon eine Einweisung in die Mastlegevorrichtungen und anschließend Abendessen.
Und was für eins. Um das Fazit eines gaumenverwöhnten Mitreisenden schon vorwegzunehmen: „Ich hab noch nie so gut gegessen wie in dieser Woche.“ Die Tische biegen sich unter unglaublichen Suppen, sensationellen Fleisch-, Geflügel- und Fischplatten mit Beilagen, und am Ende wartet auch noch ein Kuchenbüfett. Die Wirtsleute des „Jakubowa chata“ geben alles. Nachdem die Teller abgeräumt wurden, wird sogar noch einmal sauberes Geschirr hingestellt – für den Fall, dass jemand später wieder Appetit bekommt! Denn der Abend wird lang; zwei Musiker, darunter der Wirt des Restaurants, sorgen mit Gitarre und Akkordeon für Stimmung. Deutsche und polnische Lieder wechseln einander ab, auch der eine oder andere Trinkspruch wird gewagt. Teile des Nordstern-Stammtischs halten mit den polnischen Kameraden bis nach Mitternacht durch. Der Willkommensabend ist so gelungen, dass spontan beschlossen wird, im „Jakubowa chata“ auch unseren Abschluss zu feiern.
Kalte erste Nacht an Bord, in der bei 10 Grad Außentemperatur diverse Decken und Klamotten zusätzlich zum Schlafsack im Dunkeln noch hervorgezerrt werden. Morgens Gaskocher ausprobiert – klappt, macht Kaffeewasser und wärmt zusätzlich noch die Kajüte. Es kann losgehen! Mirek muss beim Ablegen helfen – die ungewohnten Muring-Bojen, die Außenborder mit ihren Eigenarten –, aber eine Crew nach der anderen kommt glücklich auf den See. Mit 3-4 Bft haben wir hervorragendes Wetter zum Kennenlernen der Boote – Kielschwerter von 7,20 bis 8,85 m Rumpflänge –, allerdings sorgen 14 Grad mit eisigen Böen dafür, dass man in ca. 4 Stunden doch lieber direkt zum Hafen Gizycko (Lötzen) kreuzt. Nur die Crew der Scirocco sammelt von Anfang an ordentlich Seemeilen und erkundet, unterstützt von einem Plotter, jede Ecke des jeweiligen Sees.
Am Sonntag, dem 26. Mai ist dies der Jezioro Niegocin (Löwentinsee), an dessen nördlichem Ende hinter einer schmalen, vom Wasser aus nicht auf Anhieb zu erkennenden Einfahrt die neue Ekomarina Gizycko auf uns wartet – eine moderne Anlage mit 140 Liegeplätzen in einer geschützten Bucht, nur wenige Gehminuten von der Fußgängerzone entfernt, in der an Geschäften und Restaurants kein Mangel herrscht. (Die Crew der Fado empfiehlt wärmstens das Restaurant „Puzzle Smaku“.)
Montagmorgen flattern unsere Nordstern-Stander in herrlichem Sonnenschein, es wird ein warmer Tag mit Temperaturen bis zu 22 Grad. Wir legen zeitig ab, um die 10:30-Uhr-Öffnung der historischen, handbetriebenen Lötzener Drehbrücke zu schaffen. Zuvor ist auf dem Wasser das erste Mastlegen zu bewältigen, aber dank der perfekt funktionierenden, mit wenig Kraftaufwand zu bedienenden Vorrichtungen klappt es auf Anhieb. Nach kurzer Wartezeit vor der Brücke können wir eine malerische Fahrt durch den innerstädtischen Kanal genießen, bevor sich die Wasserfläche zum legendären Mauersee öffnet. Dieser mit 104 Quadratkilometern zweitgrößte See Masurens besteht aus sechs miteinander verbundenen Seen, von denen wir in den nächsten Tagen vier kennenlernen werden: den eigentlichen Jezioro Mamry (Mauersee) im Norden, Kisajno (Kissainsee), Dargin (Dargainensee) und Swiecajty (Schwenzaitsee). Jetzt, Ende Mai, sind wir fast allein unterwegs und müssen nur auf Untiefen achten. Die vielen Charterboote, die rund um die Häfen an den Stegen dümpeln, lassen allerdings Rückschlüsse zu, was hier in der Hauptsaison im Juli und August los sein muss ...
Viel Muße, sich das vorzustellen, bleibt indes nicht, denn kaum sind wir auf dem See, legt uns der Wind auch schon beinahe auf die Seite. Böen bis 7 Bft! Auf der Fado werden Rettungswesten angelegt und der Skipper übernimmt selbst die Pinne; andere, erfahren wir am Abend, haben gerefft. Unser Ziel ist an diesem Tag Port Sztynort (Steinort). In einer geschützten Bucht, deren Einfahrt durch einen Schilfgürtel erstmal gefunden werden muss, liegt ein großer Hafen mit 500 Liegeplätzen, sanitären Anlagen, zwei Tavernen und einem Lebensmittelgeschäft (Sklep), das morgens auch frische Brötchen anbietet. Es gibt sogar einen Laden mit Segelbedarf.
Gegen 14 Uhr trifft die Nordstern-Flotte nach und nach ein und stellt sich der Herausforderung, an Muringleinen anzulegen. Die Sonne ist schon bald wieder weg, einige Skeptiker bringen Regenpersenninge an, andere spazieren den Hang hinauf zur besonderen Sehenswürdigkeit des Ortes: der eindrucksvollen Ruine des Lehndorff-Schlosses, das nur hundert Meter vom Hafen entfernt liegt. Schloss, Nebengebäude und Grünflächen lassen die Vergangenheit, von der u.a. Hans Lehndorff im Buch „Menschen, Pferde, weites Land“ erzählt, noch gut erahnen.
Unsere Reiseleiter-Crew hat unterdessen wenig Zeit für sich: Ob beim Abendessen, Einkauf oder bei Hafen-Fragen, dauernd müssen die Vier übersetzen und beraten. Trotzdem wirken sie nicht genervt, sondern freuen sich, wie Gregor sagt, uns ihre Heimat zu zeigen. Die Reise ist nicht nur toll organisiert, sondern auch liebevoll begleitet, was man der herzlichen Atmosphäre unter uns abspürt. Es gibt niemanden, der nicht vollkommen begeistert davon ist, hier zu sein. „Kinder, was geht es uns gut“, wiederholt Manfred jeden Tag und spricht damit aus, was wir alle empfinden.
Nach dem Essen in der Taverne, dem Einkauf diverser Alkoholika an der Spezialtheke im Sklep und dem Einsprühen mit Anti-Brumm genießen wir den lauen Sommerabend an Bord. Ein Fischer geht von Boot zu Boot und bietet Räucherfisch an. Von geräuchertem Wels haben wir zuvor noch nie gehört, aber er schmeckt hervorragend und hält sich auch ohne Kühlung einige Tage in der Backskiste frisch.
Am Dienstag erwachen wir vom Regen, der auf unser Dach tropft, doch der tut der guten Stimmung keinen Abbruch und hört pünktlich nach dem Frühstück wieder auf, als hätten wir es so bestellt. Die Masuren schenken uns Sonnenschein und angenehme 2-3 Bft für den Schlag nach Trygort nahe der russischen Grenze. Dort haben zwei deutsche Auswanderer das komfortable Feriendorf „Mamry“ mit angeschlossenen Stegplätzen geschaffen. Auf dem Weg gibt es etwas Verwirrung, auf welcher Seite eine kleine Insel zu passieren ist – links ist so wenig Platz, dass die, die sich dafür entscheiden, praktisch durchs Schilf segeln.
Ab 15 Uhr kommen alle wohlbehalten und voller neuer Eindrücke am nächsten Etappenziel an und sind auf Anhieb hingerissen von dem schönen Naturhafen „Gora Wiatrow“. Einen Wiesenweg hinaufgestapft, liegen in Holzkaten Rezeption und sanitäre Anlagen, daneben das gleichnamige Restaurant. Auf dem Dach der Rezeption klappert ein Storch, Nachtigallen sind Tag und Nacht zu hören, Rohrsänger quasseln im Schilf. Es ist der naturnaheste Hafen auf unserer Reise, Entspannung pur, und am Nachmittag sieht man Nordsterner in alle Richtungen ausschweifen, um die masurische Landschaft zu erkunden. Bis zum Horizont gehen ausgedehnte Wiesen, Hügel und Felder ineinander über, von mehreren Aussichtspunkten hat man einen herrlichen Blick über den See. Wie schön, dass wir zwei Nächte bleiben dürfen! Das für den nächsten Tag eigentlich geplante Ankern und Grillen an einem Strand fällt nämlich aus, da es richtig kalt werden soll. Im Moment ist es schwer, sich das vorzustellen; man kann geradezu sonnenbaden, aber wie schnell in Masuren das Wetter umschlagen kann, haben wir ja bereits erlebt.
Das Abendessen ist im „Gora Wiatrow“ vorbestellt – vier Varianten eines dreigängigen Menüs, und wir erkennen: Wenn das Essen für 18 Uhr bestellt wurde, dann steht um 18 Uhr die Suppe auch auf dem Tisch! Während des Essens beginnt der vorhergesagte Starkregen. Gut, dass Mireks Boote mit allem ausgestattet sind, was man braucht, darunter stabile Regenplanen. Es gießt die ganze Nacht und auch am Morgen noch; die Temperatur ist extrem gesunken. Zum Glück kann man im Restaurant nicht nur gut zu Abend essen, sondern für umgerechnet 8 Euro auch sehr üppig frühstücken und im Warmen sitzen. Der deutsche Besitzer schaut selbst vorbei, um uns zu begrüßen und zu erzählen, wie es ihn nach Polen verschlagen hat.
Als der Regen gegen Mittag nachlässt, machen wir einen Ausflug nach Wegorzewo (Angerburg). Promil, Scirocco und Solina fahren mit ihren Crews direkt in den Stadthafen – man kann dort für zwei Stunden kostenlos anlegen –, die meisten wollen den nicht reservierbaren Liegeplatz in Gora Wiatrow aber nicht aufgeben und nehmen ein Taxi oder gehen die rund 7 km zu Fuß. Am Stadthafen in Wegorzewo treffen wir uns und spazieren gemeinsam zum Metzger und in einen Supermarkt (Biedronka), um für den Abend einzukaufen. Das Grillen ist nämlich keineswegs abgesagt, sondern auf die Wiese vor den Stegen verlegt, wo es zwei offene Feuerstellen gibt.
Im Großraumtaxi geht es zurück. Der Nachmittag gehört der Zubereitung von Grillgut-Beilagen, und wer dabei die Nase aus der Kajüte steckt, merkt, dass es kälter und kälter wird. Bis zu 4 Grad soll die Temperatur in der Nacht sinken, und langsam fängt man an, es zu glauben. Andrea spendet Fleecedecken, und unser Skipper besinnt sich völlig überraschend darauf, dass er den Heizlüfter, den wir im Auto in Rydzewo wähnten, doch mit an Bord genommen hat. Ein Gefühl von Rettung in letzter Sekunde kommt auf.
Bis zum Grillbeginn um 18 Uhr haben Gregor und Eugen das Lagerfeuer entfacht, Bänke rundherum aufgestellt und einen Tisch für das Grill-Büfett angeschleppt. Man staunt, welche Köstlichkeiten die Bordfrauen so zubereitet haben. Dreht man sich vom Feuer weg, weht einem der eisige Wind fast das Würstchen aus der Hand, aber das tut der guten Stimmung keinen Abbruch. Man rückt einfach enger zusammen („Füße im Feuer, Nase im Wind, wie wir Männer so sind ...“), Musik kommt aus einem Bluetooth-Lautsprecher, der an einer Laterne baumelt. Und es wird nicht nur tapfer ausgeharrt, nein, es wird gefeiert – die gute Gemeinschaft auf dieser Reise, und dass Olli daheim in Berlin das Abitur bestanden hat.
Donnerstag, 30 Mai. Frühnebel über dem Wasser, Fischreiher auf der Jagd direkt vor unserem Steg, Sonne, Windstille, zunehmende Wärme. Wieder mal überraschen uns die Masuren mit einem kompletten Wetterumschwung. Auf dem Steg erzählt man sich, unter wie vielen Decken und zusätzlichen Klamottenschichten man die Nacht überstanden hat; alte Segler gestehen beeindruckt, noch nie so gefroren zu haben. Wie gut, dass dieser Tag uns nochmal ordentlich durchwärmen wird! Bei 0-1 Bft dümpeln wir im Sonnenschein nach Ogonki, unserem nächsten Ziel; überall stehen Nordstern-Boote auf glattem Wasser. Dass Segel-Azubi Anne erstmal den falschen Hafen ansteuert, verschafft der Fado windtechnisch in der Mitte des Sees zwar einen gewissen zufälligen Vorteil, aber irgendwann bleibt auch uns nichts anderes übrig, als den Motor anzuwerfen.
In Ogonki hat Gregor einen kostenlosen Stadtanleger für uns vorgesehen und mit dem benachbarten Hotel vereinbart, dort die Toiletten benutzen zu dürfen, aber als wir gegen 16 Uhr als Letzte darauf zusteuern, kommen uns mehrere Nordsterner bereits wieder entgegen. Am kleinen Steg ist wenig Platz und Rappolds haben beim Falschabbiegen nur 300 Meter weiter eine schicke Marina entdeckt ... Wir legen zwar erstmal neben Lucky an der Muring an, hängen aber irgendwie komisch; der Skipper ist von unserer Sicherheit nicht überzeugt und so tuckern auch wir den Marina-Flüchtigen hinterher. Zum ersten Mal sind die Nordstern-Boote nicht beisammen: Vier sind am Stadtanleger geblieben, fünf in der Marina.
In der Marina, eigentlich ein Hotel namens Ognisty Ptak mit angeschlossenem Yachthafen, herrscht Country-Club-Atmosphäre: gepflegte große Liegewiese, Wellnesslandschaft mit Sauna und Pool, frisch überholte Sanitäranlagen. Soeben ist eine Regatta zu Ende gegangen, an der keine Profi-Segler, sondern Mitarbeiter mehrerer IT-Firmen als teambildende Maßnahme teilgenommen haben. Als wir zur Anmeldung gehen, werden die überwiegend jungen Leute gerade verpflegt – in Crew-Shirts für den einmaligen Anlass und bester Laune.
Auf uns selber wartet das Restaurant „Stara Kuznia Mazurska“ mit drei vorbestellten Gängen, und ja, auch das kennen wir schon, Punkt 18 Uhr dampft die Suppe auf dem Tisch. Wieder wird hervorragend gespeist, diesmal ist der Nachtisch – warmer Apfelkuchen mit Vanilleeis – die Krönung. Nach dem gestrigen langen Abend laufen alle relativ schnell auseinander, um in der Marina noch zu duschen oder das mondäne Flair zu genießen. Eine weitere kühle Nacht wartet auf uns, aber man gewöhnt sich dran – und hat ja jetzt auch einen Heizlüfter.
Freitag, 31. Mai, letzter Segeltag. Früh aufgebrochen, an Bord schnelles Frühstück, dabei stellt sich die Entfernung zurück nach Rydzewo nebst zweimaligem Mastlegen und -stellen im Nachhinein als überhaupt kein Problem heraus. Unter Motor fährt die Fado bis zur ersten Brücke, dicht gefolgt von der Bora unter Segeln, was mich etwas neidisch macht. Nach der Brücke setzen auch wir die Segel und kreuzen bei 2-3 Bft. in ca. drei Stunden nach Gizycko. Um die Wartezeit vor der Drehbrücke zu sparen, hat Gregor den Tipp ausgegeben, einen anderen Kanal zu nutzen, nach dem wir vergebens Ausschau halten, nicht mal eine Brücke entdecken – um uns plötzlich wieder auf einem See zu befinden und festzustellen, dass wir bereits in dem gesuchten Kanal gewesen waren!
Nun ist es nur noch eine Stunde bis Rydzewo. Am heimischen Steg liegt allerdings nur „Monsun“, das einzige Boot aus Mireks Flotte, das nicht mit auf die Reise gegangen ist, und mir schwant, dass die übrigen Nordsterner gerade mehr aus dem schönen Segeltag machen als wir. Die einen segeln, andere shoppen in Gizycko oder erstehen in einem Segelladen an der Drehbrücke preisgünstig Schoten. Die Fado macht jetzt nur noch fest, und das war’s. Ein unvergesslicher Segeltörn geht zu Ende – mit jedem Boot, das nachmittags eintrudelt und sich buchstäblich Fender an Fender am Steg einreiht, ein Stückchen mehr. Die zuletzt eintreffende Promil muss sich in der Mitte hineinzwängen, Boote werden dafür mit aller Kraft zur Seite geschoben ... und dann ist der Abend im „Jakubowa chata“ tatsächlich das Letzte, worauf man sich urlaubstechnisch noch freuen kann.
Unser Abschiedsabend beginnt dort, wo vor knapp einer Woche alles begonnen hat. Wieder werden Unmengen leckeren Essens aufgefahren – das Restaurant ist zu Recht berühmt für seine Suppen. Die Wirte werden bejubelt und beklatscht und bekommen einen Nordstern-Stander überreicht, Andreas hält eine Ansprache auf Gregor, aber natürlich findet auch jeder Einzelne noch persönliche Worte des Dankes an unsere Reiseleiter-Crew. Gregor und Aleksandra, Eugen und Irena, ihr habt uns einen unvergesslichen Urlaub geschenkt, von dem wir noch lange zehren werden. Eure Heimat ist einfach wunderschön, die Menschen herzlich und gastfreundlich, die Charterboote top ausgestattet, gepflegt, komfortabel und toll zu segeln.
Habt tausend Dank! Und wollen wir den Törn bitte wiederholen ...?

Die Boote und ihre Crews:
Bora (Antilla 24): Mario Rothermund, Katja Steffenhagen, Florian Rüh
Bryza (Antilla 27): Thomas und Gaby Lechner, Nicole Lechner, Tobias Lechner
Fado (Janmor 28): Wolf-Dieter Kunze, Michael und Marion Dzembritzki, Anne Voorhoeve
Lucky (Antilla 24): Wolfgang und Marianne Kaplick mit Claudia Reichau
Mila (Antilla 24): Andreas und Ute Steffenhagen
Promil (Janmor 28): Gregor und Aleksandra Michalski, Eugen und Irena Manderla
Scirocco (Antilla 27): Dietmar Radder, Gabi Frommherz, Manfred Richter
Solina (Solina 27): Bernd und Monika Rothermund, Karl-Heinz und Marlies Schimmel
Twister (Tango 780): Joachim und Andrea Rappold

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