Opti-Fun-Regatta 2015

von Olaf G.

Neulich suchte ich auf unserer Website nach SCN-Terminen und fand: „Opti-Fun-Regatta“ zum Hafenfest am am 18.7.15. „Was ist denn das?“, dachte ich und schwupps, da war sogar eine richtige Ausschreibung.

Sportgerät: Opti. -Startgeld: nicht der Rede wert. -Fahrgebiet: vor dem Steg. -Altersgrenze: Ü30. -Ernst: null. -Fun: Maximum.

Cool, dachte ich, so muss es sein.

Also flugs bei nächster Gelegenheit zur Meldeliste an der Kantine und wer steht da vor mir auf dem Papier?: Jörg Z. Da war mir klar, die meinen das wirklich total ernst! (Respekt und 1000 Coolness-Punkte für Jörg!)


Am 18. dann fanden sich die Athleten aller Alters- und Gewichtsklassen zum mit Spannung erwarteten Race ein. Die Altersgrenze war inzwischen etwas modifiziert und nach unten verschoben. Gut so, mehr Teilnehmer. Und hier gleich die nächsten Coolness-Punkte: Diesmal für Quelle, alleiniger Teilnehmer in der Ü70 und von daher schon vor dem Start noch ein Sieger in seiner Klasse.

Wettfahrtleiter Micha S. erklärte das Kleingedruckte: Gestartet wurde in drei Gruppen. Je drei Sportler teilten sich einen Opti. Die teilweise ihrerseits schon etwas in die Jahre gekommenen Boote wurden der Fairness halber verlost.

Man hatte eigentlich auch in Gewichtsklassen starten können, aber ich glaube niemand war leichter als sein Boot. Teams bildeten sich, leichte Nervosität machte sich breit. Letzte Vorbereitungen an Land, dann wassern, alles Hand in Hand. Schwimmwesten nicht vergessen. Nochmal Blick auf's Wasser: Ui, ganz schön böig, war nicht Gewitter angesagt? Taucherbrille wär' auch nicht schlecht.

Kurzes Abchecken der Fakten: Ein Opti ist 1,13m breit und 2,30m lang. Wegen Schwertkasten und Ducht ist die Sitzfläche halb so groß. Da muss man sich reingefaltet kriegen, sonst kriegt man den Baum an die Rübe. Freibord etwa 30cm. Rund gerechnet macht das für den Schuhkarton 0,7m3 Volumen, also mehr Zuladung als jeder von uns auf die Waage bringt. Aber nur, wenn man sie genau gleichmäßig verteilt – und nur nicht einen Hauch krängt. Hm.... und wieso heißen die Dinger eigentlich „Optimist“?

Das mit den Teams war super. So war gleich klar, wer sich gegenseitig hilft. Mit dem Material und beim ersten Ausprobieren.

Manch einer war alter Opti-Veteran und scheinbar auch nach 30 Jahren noch mit der Kiste verwachsen. Andere hatten noch nie in so einem Ding gesessen. Auf jeden Fall muss jeder, der größer als einsfuffzig ist, erstmal überlegen, wo er seine Körperteile hinsortiert. Echtes Problem für Jörg: Er konnte nur hinten quer so sitzen, also so dass die Beine auf der einen Seite über die Bordwand ragten, der Kopf auf der anderen Seite. Sah lässig aus, aber umdrehen unmöglich. Problem: nach der ersten Wende ist der Kopf unten und es war ja recht windig... Jörg hat das elegant gelöst, indem er erstmal eine Halse ausprobiert hat. Dabei hat die Kiste mit dem Heck untergeschnitten und ist langsam auf Sehrohrtiefe gegangen. Wunderschön anzusehen auf dem Video, das Bettina gemacht hat.

Aber es hatten alle zu kämpfen: Gleich mehrere Teilnehmer kenterten, einige noch vor dem Start. Dann gab es immer fröhliches Schöpfen am Kopfsteg, wo die Teampartner waren und eine schöne Menge Publikum, das mitfieberte und natürlich nicht mit Kommentaren sparte.

Wie angekündigt wurden zuerst drei Regatten gefahren, so dass jeder von den drei Teamkameraden dran kam. Hier hatte man Gelegenheit sich warm zu fahren. Manch einer saß nach der Wende erst mal falschrum in Boot. Andere hatten Probleme mit Dampfern. Ein Opti war undicht und sank ganz ohne Zutun des Piloten. Und es wurde von Runde zu Runde mehr gefightet: Beste Startposition, optimale Gewichtsverteilung, rasante Halsen an den Tonnen. Aber alles mit der zum Thema passenden Heiterkeit. Die beiden Annes führten eindeutig in der Wertung „Mut“. Arno legte die eleganteste Pirouette im Cockpit hin, verhinderte so ein Kentern und punktete in der Kategorie „Technik“. Das Publikum bekam ordentlich was geboten.

Dann wurde noch eine Serie ausgesegelt, in der jeweils der Fünfte, vierte, dritte, usw. der Vorläufe gegeneinander antrat.

Gewonnen hat letztlich Sascha. Aber Nicole und Marion waren ihm zeitweise dicht auf den Fersen. Da wurde es auch für die, die schon „raus“ waren, noch einmal spannend.

Bei dieser Regatta sind die Ergebnisse wirklich nicht das Wichtigste. Ich gebe die Liste aber trotzdem mal hier an, denn es gibt wie gesagt viele Gewinner in den verschiedensten Kategorien und dabei sein war diesmal Tatsache alles. 

Auf dem Wasser und auf dem Steg war die ganze Zeit gute Stimmung. Insgesamt eine rundweg gelungene Veranstaltung, die Seglern und Zuschauern eine Menge Spaß brachte.

Vielen Dank an die Erfinder, die Organisatoren und die tapferen Kameraden in ihren sinkenden Kisten. Bitte noch mal!

Ohle.

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